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Nimzowitsch, Aron - Wolf, Heinrich [D02]
Karlsbad (1) 20-Aug-1907


1. Nf3 d5 2. d4 e6 3. Bf4 c5 4. c3 Nc6 5. e3 Qb6
   Die Dame geht bald Nach a5 und von hier muss sie sich auch zurückziehen. Ergo, Sagen die Gelehrten: Zeitverlust, besser wäre die Entwicklung des Damenflügels. Temperamentvolle Schachisten können sich aber mit indifferenten Zügen nicht begnügen. Scahwarz verlegt seine Operationsbasis auf dern Damenflügel, was gewöhnlich zur folge hat, dass Weiss im Zentrum oder auf der Königsseite zum Angriff gelangt. Darus ergeben sich auch hier interessante Komplikationen.
6. Qb3 c4 7. Qc2
   Der abtausch auf b6 ist ungünstig. Diese erfarung hat man in ähnlichen Stellungen schon zu Philidors Zeiten gemacht.
Qa5 8. Nbd2 Nf6 9. Be2 b5 10. O-O Be7 11. Ne5 Nxe5
   Ist es gut, dem Weissen das Feld d4 freizumachen? Schwerlich, denn e3-e4 schwebt wie ein Damoklesschwert in der Luft und Weiss wird somit entweder durch e4xe5 den feindlichen d-bauer isoliren, oder nach d5xe4 die offene d-Reihe beherrschen. Mit 11...Lc8-b7 hätte Schwarz allen Schwierigkeiten vor beugen können. Wolf glaubte aber durch Nf6-d7-c5 ein Gutes gegenspiel erlangen zu können.
12. dxe5 Nd7 13. e4 Nc5
   Besser war zunächst Bc8-b7; der Druck auf den Punkt e5 wird zu früh aufgehoben und somit der Laüfer f4 mobil gemacht.
14. Be3
   Ausgezeignet . Es droht Be3xc5 Be7xc5 16.b2-b4 c4xb3 17. a2xb3 Qa5-b6 18. b3-b4 Bc5-e7 19. e4xd5 e6xd5 20. Qc2-d3, wobei Weiss ein Bauerlein profitieren würde. Minderwertig war sofort 14.b2-b4 wegen Qa5-a4.
Qc7 15. exd5 exd5 16. Nf3
   Dauernde Sicherung war nur mit f2-f4 möglich. Weiss hat aber nicht die Absicht, den Bauer e5 zu decken, sondern möglichst bald den Bauer b5 anzugreifen.
Be6
   Zunächst hätte Ra8-b8 geschehen sollen. Der Kampf nimmt einen unerwarteten Verlauf. Es beginnt ein wildes Handgemenge - ein seltener Fall in geschlossenen Partien.
17. Nd4 Qxe5
    Am besten. Ra8-b8 war jetzt wegen f2-f4 ungünstig.
18. Nxb5 Bf5
    Sehr interessant, aber, wie sich bald heraus stellt, nicht erspriesslich, Nach 18...0-0 hätte Weiss kaum einen greifbaren Vorteil gehabt.
19. Nc7+ Kf8
   Den ansheinend gewaltigen Zug Ke8-d7 würde Weiss ebenfalls mit 20.Le3-d4 beantworten.
20. Bd4 Bxc2 21. Bxe5 Rd8 22. b3
   Sehr fein. obwohl Schwarz einen langen anhaltenden Angriff erlangt, hat WEiss Gewinnchancen, während er bei anderen Zügen (z.B. Sc7-b5) wegen 23...Bc2-d3 sehr leicht in Nachteil hätte kommen können, da sich der Schwarze Springer auf d3 dauernd angesiedelt hätte.
Nd3 23. Bg3 Ba3
   Wolfs Operationspläne sind ebenso geistvoll und tief wie die Manöver sines Gegners. Weiss drohte Nc7-b5-d4. Der Verteidigungsplan 23....a7-a6 (um Nc7xa6 mit Be7-f6 zu beantworten) war völlig unzureichend, weil Weiss einfach 24. Be2-f3 gespiellt hätte.
24. Nb5 Bb2 25. Nd4 Re8
   Nach Bb2xa1 hätte Weiss mit 26. Rf1xa1 sofort materielles übergewicht erlangt.
26. Bd6+ Kg8 27. Bf3
    Die wiessen Bauern werden so stark, dass Wolfs Qualitätsgewinn nurillusorische n Wert hat, zumal sein Turm vorläufig noch Krank ist.
Bxa1 28. Rxa1 cxb3 29. axb3 Re1+ 30. Rxe1 Nxe1 31. Bxd5 Bg6 32. Nc6 h6 33. Nxa7 Kh7 34. c4 Nd3
   äusserst heimückisch ! Zöge nun Weiss in der Hitze des Gefechtes 35.c4-c5, so folgt 35...Rh8-e8 36.g2-g4 Nd3xc5! 37 Bd6xc5 Re8-e5!
35. Nc6
    Sofort g2-g4 war kaum besser, da 35...Rh8-e8 folgt und sich der Turm auf diesem Wege ebenso lästighineinschlängelt
Ra8 36. g4
    Nach g2-g3 kan der Bauer f2 nicht verteidigt werden.
Ra1+ 37. Kg2 Ra2 38. Bg3 Rb2 39. Nd4 Nc5 40. b4 Be4+ 41. Bxe4+ Nxe4 42. Nc6 Kg8 43. Ne7+ Kf8 44. Nd5 Ke8 45. b5 Kd7 1/2-1/2











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Rubinstein, Akiba - Nimzowitsch, Aron [D33]
Karlsbad (2) 22-Aug-1907


1. d4 d5 2. Nf3 e6 3. c4 c5 4. cxd5 exd5 5. Nc3 Nc6 6. Bf4 cxd4 7. Nxd4 Bb4 8. e3
   Amüsant wäre hier der Hereinfall 8. Ndb5 8... d4 9. Nc7+ Qxc7 10. Bxc7 10... dxc3 und Schwarz gewinnt
Nf6 9. Nxc6
    Der entwicklungszug. 9.Bf1-b5 ist gewiss besser.
bxc6 10. Bd3 O-O 11. O-O Bd6 12. Bg3
   Das plausiblere 12. Bg5 wird im Hinblick auf die Möglichkeit 12... Rb8 13. b3 (nicht 13. Qc2 13... Bxh2+ etc.) 13... Be5 14. Rc1 14... Qd6 vermieden
Bxg3 13. hxg3 c5 14. Rc1 Be6 15. Qa4
   Weiss unterschätz t die Kraft der schwarzen Mittelbauern. Mit 15.e3-e4 hätte er diese Phalanx sprengen können, z.B 15...d5-d4 16.Nc3-a4 Be6xa2 17.Na4xc5 etc.
Qb6 16. Qa3
   Anscheinend sehr gut gespielt, denn nun droht Nc3-a4 und somit ist Schwarz genötigt, c5-c4 zu spielen und seinen d-bauer rückständig zu machen. Aber es stellt sich nach 12 züges heraus, dass der Bauer b2 viel schwächer ist als der Bauer d5. Rubinstein hätte vorhin 15.e3-e4 nicht unterlassen, wenn er den Sachverhalt rechtzeitig erkannt hätte. Niemzowisch erlangt nun durch schönes Positionsspiel einen erheblichen Stellungsvorteil.
c4 17. Be2 a5 18. Rfd1 Qb4 19. Rd4 Rfd8 20. Rcd1 Rd7 21. Bf3 Rad8 22. Nb1 Rb8 23. R1d2 Qxa3 24. Nxa3 Kf8
   Rd7-b7 wäre schlecht wegen 25.Na3xc4.
25. e4 dxe4 26. Rxd7 Nxd7
   Sehr umsichtig! Be6xd7 wäre wegen Bf3-e2 schwach.
27. Bxe4 Nc5 28. Rd4
   Es ist Rubinstein gelungen, das feindliche Zentrum zu zerstören, aber nun manifestiert sich die schwäche des bauern b2 höchst unliebsam. Am besten war jetzt 28. Bc6 um Nc5-a4 zu verhindern. Nach 28... Rb4 29. Bd5 (am besten) 29... Na4 wäre aber Schwarz ebenfalls im vorteil.
Nxe4 29. Rxe4 Rxb2 30. Nxc4 Rb4 31. Nd6 Rxe4 32. Nxe4 Bxa2 33. Nc3
   Auf 33. Kf1 wäre 33... Bc4+ nebst Bc4-d5 geschehen. Falls aber 33. Nc5 so 33... Ke7 34. Kf1 Kd6 35. Nb7+ Kc6 36. Nxa5+ 36... Kb6 u. gew.
Bc4 34. f4 Ke7 35. Kf2 Kd6 36. Ke3 Kc5 37. g4 Kb4 38. Kd4 Bb3 39. g5 a4 40. Nb1 Be6 41. g3 Kb3 42. Nc3 a3 43. Kd3 g6 44. Kd4 Kc2 0-1











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Nimzowitsch, Aron - Vidmar, Milan [D02]
Karlsbad (4) 24-Aug-1907


1. Nf3 d5 2. d3 Nc6
   Den C-Bauer sollte man in geschlossene Parteien immer mobil lassen, um ihm eventüll als Mauerbrecher gegen das feindliche Zentrum zu verwenden.
   Dieser entwicklungstypus wurde von Niemzowitsch im 3. tournier zu Ostende (1907) häufig und mit erfolg erprobt. Die für beide Teile plausibelste Fortsetzung wäre nun wohl 2... c5 3. Nbd2 Nc6 4. g3 Nf6 5. Bg2 und gelegentlich e2-e4.
3. d4
   Kein Tempoverlust, sondern höchste Meisterschaft. Weiss will jetzt Damengambit spielen, da Schwarz zum befreienden Zuge c7-c5 nur noch auf umwegen gelangen kann.
Nf6
    Am besten, da nun Weiss über die Pläne des gegners völlig im Unklaren bleibt Wird Schwarz nun Bc8-g4 oder Bc8-f5 oder e7-e6 spielen?
4. a3
    Vortrefflich! Schwarz muss sich nun erklären. Sieht er e7-e6, so sperrt er seinen Laüfer c8 ein, zieht er Bc8-f5, worauf worauf bald e7-e6 folgen müsste, so wird die weisse Dame gelegentlich einen aussichtsreichen Ausfall nach b3 oder a4 machen können und geschiet 4.Bc8-g4, so setzt Weeiss mit Nf3-e5 günstig fort.
Bg4
   Man wird vielleicht fragen, ob nicht auch Schwarz irgend einen abwartenden Zug z.B. a7-a6 machen könnte. Dieser Zug wäre aber hier, wo der Bauer c7 verstellt ust, nicht nur indifferent, sondern völlig sinnlos.
5. Ne5 Bh5
   Anscheinend am plausibelsten, weil für einige Augenblicke e2-e3 verhindert wird. Niemzowitsch zeigt aber in tiefdurchachter weise, dass nunder schwarze Damenflügel eine unheilbare Schwäche enthält.
6. c4 e6
   Gewinnt Schwarz nicht durch 6... dxc4 einen Bauer? Niemzowitsch gibt darauf folgende Antwort: 7. Qa4 Qxd4 8. Nxc6 Qd7 9. g4 Nxg4 10. Bg2 Ne5 11. Qb5 und Weiss behauptet den errungenen entscheidenden Vorteil. Diese Variante illustriert die dämonische Kombinationskraft des jugendlichen Rigär Meisters.
7. Qa4 Bd6
    Ganz unversehrt käme Schwarz auch mit Bf8-e7 nicht davon. Ein Bäürlein würde er jedenfalls einbüssen.
8. Nxc6 Qd7 9. c5
    Weiss begnügt sich mit dem gewaltigen Stellungsvorteil; die Möglichkeit mit 9. cxd5 9... exd5 10. e4 Nxe4 11. Bb5 a6 12. f3 Nf6 13. Nc3 den gewonnenen Offizier zu behaupten, ist ihm natürlich nicht entgangen, aber die berechnung aller sonstigen möglichkeiten führte ins Unabsehbare und schien überflüssig, da 9.c4-c5 den Gegner völlig lahmlegt. Sorgfältigere Untersuchung rechtfertigte vollkommen de befürchtungen des Weissen in betreff der variante 9.c4xd5. Schwarz würde nähmlich mit 12...0-0 (statt 12.Ne5-f6?) 13.Nc6-e5 (am besten) Qd7-e7 !! (drohend Qe7-h4) einen Angriff erlangen, der für Weiss bei seiner mangelhaften Entwicklung die schrecklichsten folgen haben könnte. Nebenbei mag auch die Fortsetzung 9.e2-e4 ! Nf6xe4 10 c4-c5 ! hingewiesen werden, die nach Ansicht der meisten Sachverständigen für Weiss den Sieg verbürgt. Auch hier sind höchst interessante Spiele möglich, aber welches Wesen von beschränkter Lebensdauer könnte hier länger verweilen, wo doch c4-c5 so klar ist.
Be7 10. Bf4
    Damit wird Qd7xc6 verhindert, da der Bauer c7 verloren ginge.
bxc6 11. e3 O-O 12. Ba6
   Schwarz steht ganz verpackt und die Schwäche des Bauern c6 muss ihm verderblich werden. Was lässt sich z.B gegen Nb1-d2-b3-a5 erfinden?
Rfb8
    Besser war jedenfalls Ra8-b8, den nunn sind beide Türme des Schwarzen tot.
13. b4 Ne8
   Schwarz plant den Durchbruch im Zentrum mittels f7-f6 und gelegentlich e6-e5. Das ist seine einzige Ressource.
14. O-O
   Ob nicht 14. Nd2 14... Bg6 15. Rc1 und dann Nd2-b3-a5 doch das Richtigste war? (15. Nb3 wäre wegen 15... Bc2 verfehlt)
f6 15. Nd2 g5 16. Bg3 Ng7 17. h3
    Auch jetzt ist Nd2-b3-a5 beachtenswert; den Bauer c6 könnte nun Schwarz mit Bh5-e8 freilich leicht decken, aber es droht ja auch Ba6-b7.
Be8 18. Bh2 Bd8 19. g4
   Jetzt erst zieht man, was Weiss mit den drei lezten Zügen intendierte. Nun ist auch der schwarze Springer pattgestellt.
h5
    Vergebliches Bemühen; denn die h-Linie wird offenbar nicht den schwarzen, sondern den weissen Türmen zustatten kommen; doch was hätte Schwarz sonst erfinden können.
20. Qd1 Bg6 21. Nb3 hxg4 22. hxg4 f5 23. Be5 fxg4 24. Qxg4 Nf5
   Schwarz hat sich endlich doch etwas Luft gemacht; eine kompensation für die Stellungsnachteile am Damen flügel kann er aber wie Weiss mit tiefem Positionsblick erkannte nicht erlangen.
25. Na5 Qh7 26. Be2
    Dieser ausgezeignete Zug hält den errungenen Vorteil fest.
   Mit 26. Nxc6 hätte sich Weiss chaotischen Komplikationen ausgesetzt. 26... Bh5 27. Qh3 g4 28. Qh1 28... Nh4 etc.
Qd7
    Das alte chronischen Leiden zwingt ihn zur vorsichtigen Lebensweise.
27. Qh3 Kf7 28. f4 g4
   Vidmar hat das Menschenmögliche geleistet. Liesse sich der Gegner auch nur etwas zu schulden kommen, so könnte der Turm b8 auf der g-Linie doch noch zu Ehren kommen.
29. Bxg4 Be7
    Entschieden besser war Bd8-f6.
30. Ra2 Rg8 31. Rg2 Nh4 32. Rg3 Raf8
    wohl noch das Beste 32... Nf5 war ungenügend. 33. Bxf5 Bxf5 34. Qh5+ Bg6 35. Qh6 und Weiss wird mit Kg1-f2 nebst Rf1-g1 sehr bald den Sieg erzwingen.
33. Kf2 Rh8 34. Bxh8 Rxh8 35. Rfg1 Rh6 36. Bh5
    Eine prächtige, entscheidende Kombination.
Bxh5 37. Rg7+ Ke8 38. Rg8+ Bf8
   Nach 38.Ke8-f7 39.Rg1-g7 geht die Partie sofort verloren.
39. Qxh4 Qh7 40. Rxf8+
   Eine folgenschwere Halluzination. Weiss spekuliert auf 40. Ke8xf8 41.Qh4-d8 Kf8-f7 42 Qd8    Weiss konnte nun mit 40. R1g7 rasch den Sieg erzwingen z. B. 40... Qxg7 ( 40... Qc2+ 41. Kg3) 41. Rxg7 Bxg7 42. Qg5 Bf8 43. Nxc6 drohend Qg5-d8xc7 etc. Auch 40.Na5xc6 würde zum siege führen.
Kxf8
    Zum Glück kann Weiss noch Remis erzielen.
41. f5
    Das drohende Schach auf c2 musste natürlich verhindert werden.
exf5
    Die Freude über die unerwartete Rettung aus Todesnot hat das Urteil des Schwarzen getrübt, sonst hätte er zweifellos bemerkt dassnur 41... Qxf5+ richtig ist. Nach 42. Qf4 Qxf4+ 43. exf4 43... Be8 war nichts mehr zu fürchten, zumal Weiss durch Rücksichten auf die schwachen Punkte a3 und d4 gebunden ist.
42. Rh1 f4 43. Qd8+
   Offenbar leidet Weiss noch unter den Nachwirkungen des Schreckens. Die Remis kombination ist allerdings genial, aber die simple Fortsetzung 43. Qxf4+ 43... Ke8 44. e4 versprach ohne alle Künstlei einen glorreichen Sieg: 44... Qxe4 (44... dxe4 45. Nxc6 Rxc6 (45... e3+ 46. Kxe3 Re6+ 47. Ne5 und gewinnt) 46. Qe5+ Kd7 47. Qxh5 Qxh5 48. Rxh5 und dann ganz ähnlich wie sub E.) (44... Qg7 45. Qe5+ Qxe5 46. dxe5 dxe4 47. Nxc6) (44... Kd7 45. Qf5+ Qxf5+ 46. exf5 46... Rh7 um sich mit Bh5-g6 zu befreien 47. f6 Bg6 48. Rxh7+ Bxh7 49. Nxc6 und gewinnt ) (44... Re6 45. Qf5 Qf7 46. Rxh5 Rf6 47. Rh8+ Ke7 48. Nxc6+ Rxc6 49. Rh7 und gewinnt) 45. Qxe4+ dxe4 46. Nxc6 Rxc6 47. Rxh5 Ra6 48. Rh3 mit entscheide ndem Vorteil, da der Bauer e4 sehr bald ohne Kompensation verloren geht, z. B. 48... Kd7 49. d5
Be8 44. Qf6+ Rxf6 45. Rxh7 Bf7 1/2-1/2











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Dus Chotimirsky, Fyodor - Nimzowitsch, Aron [D05]
Karlsbad (5) 26-Aug-1907


1. d4 d5 2. Nf3 e6 3. e3 Nf6 4. Nbd2 c5 5. b3 Nc6 6. Bb2 Bd6 7. Bd3 O-O 8. a3 b6 9. Ne5 Bb7 10. f4 a6 11. Qf3 b5 12. dxc5 Bxc5 13. O-O Rc8 14. Qg3
    Beide Teile haben die Eröffnung gut behandelt. Weiss hat Aussicht mit einem Angriff gegen die Rochade durschzudringen. Schwarz kann im Zentrum und auf der offenen c-Linien operiren.
Nxe5 15. Bxe5 Bd6 16. Bd4 Qe7
    Schwarz maskirt seine Absichten sehr geschickt. Er gibt sich den Anschein, als wollte er dem Bauer a3 an den Leib. Daneben hat er aber den Plan Rf8-e8 nebst e6-e5 zu spielen, um den rückständigen Bauer e3 zu bedrängen. Das lässt sich Dus nicht gefallen.
17. b4 g6
    Eine verderbliche Lockerung, zu der wohl kaum ein zwingender Grund vorliegt.
18. Qg5 Ne4
   Kg8-g7 nebst h7-h6 war unerlässlich, obwohl die daärnde Fesselung des Springers geradezu unheimlich erscheint. Nf6-e4 ist ein schwerer Fehler.
19. Nxe4 dxe4 20. Bf6 h6 21. Qh4
    Weiss begnügt sich natürlich nicht mit dem Qualitätsgewinn 21. Bxe7 21... hxg5 22. Bxf8 da er die Dame für zwei kleine Offiziere erobern kann.
Qxf6 22. Qxf6 exd3 23. cxd3 Rc2 24. Rf2 Rc7
   Schwarz wollte bloss die opposition der Weissen Türme auf c1 verhindern und ein Tempo für die Doublirung der eigenen Türme gewinnen.
25. f5 gxf5 26. Qxh6 f6 27. e4
    Der errungene materielle Vorteil wird von Dus durch 2 Bauernopfer (jetzt und im 33 Zuge) in höchst eleganter Weise zur Geltung gebracht. Die weissen Türme die Jetzt gar keinen Gefechtswert haben, erlangen auf den neüröffneten Zugstrassen entscheidenden Einfluss.
Rh7 28. Qe3 Bxh2+ 29. Kf1 fxe4 30. dxe4 Be5 31. Rd1 Rh1+ 32. Ke2 Rh4 33. g4
    Ausgezeichnet! Die bauern waren für Weiss toter Ballast.
Rxg4 34. Qb6 Rf7 35. Qxe6 Rxe4+ 36. Kf1 Bg3 37. Rd8+ Kg7 38. Qh3
   Die Pointe der grandiosen kombination. Weiss behält Dame und 2 verbundene Freibauern gegen Turm, Läufer und Bauer
Bxf2 39. Qh8+ Kg6 40. Rg8+ Kf5 41. Qh5+ Ke6 42. Re8+ Re7 43. Rxe7+ Kxe7 44. Qh7+ Ke6 45. Qxb7 Rf4 46. Qxa6+ Kd7 47. Qxb5+ Kc7
   Am besten wäre: Kapituliren. Der Widerstand hat gar keine Aussichten.
48. Ke2 Bb6 49. a4 Re4+ 50. Kf3 Re3+ 51. Kf4 Re5 52. Qc4+ Kb7 53. a5 Bc7 54. Kf3 Bb8 55. b5 Rf5+ 56. Ke2 Re5+ 57. Kd1 Ka7 58. Qc6 Rxb5 59. Qxb5 f5 60. a6 Bh2 61. Qb7+ 1-0











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Nimzowitsch, Aron - Janowsky, David [C45]
Karlsbad (6) 27-Aug-1907


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. Nxc6 bxc6 7. Bd3 d5 8. exd5 cxd5 9. O-O
    Eine sehr bekannte Stellung 9...Bb4xc3 ist für Schwarz nicht empfehlenswert.
O-O 10. Bg5 c6 11. Ne2 Bc5 12. Ng3 h6 13. Bf4 Re8 14. h3
    Sofort Qd1-f3 wäre wegen Bc8-g4 letal.
Be6 15. Qf3 Bd6
   Unter Umständ en - d.i. wenn die schwarze Dame die Deckung des Feldes f6 aufgibt - droht Bf4xh6. Janowski sucht diesem Schwebezustand durch Abtaush der Laüfer ein Ende zu machen. Ob. 15... Qb6 16. Bxh6 16... Qxb2 zuträglicher ist, bleibt fraglich.
16. Rad1
   Damit wird die Zerbröckelung der feindlichen Position durch c2-c4 vorbereitet. Schwarz kommt dabei gew hnlich in Schwierigkeiten, weil er entweder auf der c- oder auf der d-Linie einen kranken isolierten Bauer pflegen muss. Mit mehr Nachdruck konnte aber Weiss nach 16.Rf1-d1 operiren, denn der Ra1 gehört naturgemäss auf die zu eröffnede c-Linie.
Bxf4 17. Qxf4 Qb8 18. Qa4 Qc7
    Warum Schwarz seine Dame entwertet, wird kaum jemals aufzuklären sein. Gegen 18... Qxb2 19. Rb1 Qc3 20. Rb3 20... Qc5 hätte Schwarz einen Bauer plus. Nach 19. Qa4xc6 Qb2xa2 ebenfalls. Das Schlimmste, was dem Schwarzen passiren könnte, wäre der Verlust des bauers a7. Doch müsste dieser erst erobert werden, denn freiwillig ergäbe er sich schwerlich. Auch diese Erwägung zeigt uns, dass 16. Tf1-d1 besser war.
19. c4 Rab8 20. b3 a5
   Die Umrisse des Planes, den Janowski bei Qb8-c7 verfolgte, treten nun zutage; auch Weiss kommt bald in die Lage, für die Verteidigung eines isolierten Bauers (b3) sorgen zu müssen.
21. cxd5 Bxd5 22. Rfe1 Red8 23. Qa3 Rb4 24. Qb2 a4 25. Nf5
   Einen geistvolle Verteidigung des Bauers b3. Auf a4xb3 würde 26. Nf5xh6 folgen.
Qf4 26. Ne7+ Kh8 27. Nxd5 cxd5 28. Qc3 axb3 29. axb3 Qb8 30. Bc2 Rc8 31. Qd2
   Offenbar kann Weiss den Bauer d5 nur im Austausch für den Bauer b3 erobern. Dann ergibt sich aber ein Dame-Turm-Endspiel bei völlig symmetrischer Bauernkonfiguration - also eine hoffnungslose Remisstellung. Diesem Schicksal will Janowski entrinnen und es gelingt ihm - wie gewöhnlich - indem er verliert. Manche Menschen erkennen erst spät die Wahrheit, dass man mit dem Kopf nicht durch die Wand rennen kann. Sie versuchen immer wieder in den allereinfachsten Stellungen gewaltsame Manöver, die gegen einen ebenbürtigen Gegner gewöhnlich von übel sind. Freilich ist auf solche Weise von Gewaltnaturen a la Hannibal, Cäsar, Napoleon, Janowski zuweilen Unmöglicherscheinendes verwirklicht worden.
Qd6 32. Ra1
   Weiss arbeitet ohne überstürzung mit der präzision eines Uhrwerkes. Der Turm soll nach d4 wandern, der Bauer nach b4 vorrücken, wo er zweifach gedeckt ist und noch ein drittes Mal gedeckt werden kann, und endlich soll der Läufer nach f3 sich begeben , um den babür d5 drei- und vierfach anzugreifen und zu falle zu bringen. Der Plan hat erfolg, aber wir werden sehen, dass Janowski dem Unheil leicht entgehen konnte.
Rb7 33. Ra4 Rbc7 34. Bf5 Rb8 35. Rd4 Re7 36. Rxe7 Qxe7 37. b4 Qe5 38. Bg4 Ra8
   Hier war geradezu geboten: 38... Nxg4 39. hxg4 Rb5 auch 39... Qe7 40. Qf4 40... Rb5 Aber das ergäbe nur Remis und Janowski will ja gewinnen. Wer denkt da nicht an das Sprichwort: "Der Krug geht solange zum brunnen".
39. f4 Ra1+ 40. Kh2 Qc7
   Nun ist die Partie verloren und es erfüllt sich der Wahrspruch: "Wer das Kleine nicht ehrt, ist des grossen nicht wert". Besser war sicherlich 40... Qb8 um den angriff 41. Bf3 mit dem gegenangriff 41... Rb1 beantworten zu können. freilich bestünde dann noch immer die gefahr, dass der Bauer g2 bis nach g5 vorrückt, den Springer deplaciert , und somit der Bauer d5 doch verloren geht. Aber die gefahr wäre noch nicht akut, solange der König auf h2 in der schusslinie der schwarzen Dame steht. Weiss müsste noch einige Vorbereitungen treffen und Schwarz könnte z. B. nach 42. g4 Kg8 (nicht 42... g5 wegen 43. Qc3) 43. Kg2 43... Qb5 immer noch hoffen.
41. Bf3 Qd6
   Vorhin noch so frisch und munter und jetztein Bild der Ratlosigkeit:"Ordre, contraordre, desordre".
42. Bxd5 Qe7
   Es folgt ein langer Todeskampf. Sofort aufgeben wäre besser. Aberzuweilen sind schon Scheintote auferstanden.
43. Bf3 g6 44. Qc3 Rb1 45. Rc4 Kg7 46. Qe5 Re1 47. Qxe7 Rxe7 48. b5 Re6 49. Rc6 Nd7
   Nach 49... Rxc6 50. Bxc6 wäre der Bauer b5 nicht aufzuhalten.
50. Bd5 Rf6 51. Kg3 Nb6 52. Bb3 Nd7 53. Rxf6
   Weiss hat die Partie von A-Z tadellos gefürht. Der Abtausch ist die einfachste gewinnmethode, da der Bauer b5 offenbar den Ritter oder den König des Schwarzen lahm legen wird und Weiss dann am Königsflügel in Vorteil kommen muss. Die weiteren Züge sind leicht verständlich.
Kxf6 54. Kf3 Ke7 55. Ke3 f6 56. Kd4 Kd6 57. Bd1 Nb6 58. Bf3 Nc8 59. h4 Ne7 60. Be4 g5 61. fxg5 fxg5 62. hxg5 hxg5 63. b6 g4 64. b7 Kc7 65. Ke5 g3 66. Kf4 Ng8 67. Kxg3 Nf6 68. Bf3 Nd7 69. Kf4 Kd6 70. Kf5 Ke7 71. Bc6 Nb8 72. Bb5 1-0











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Tartakower, Saviely - Nimzowitsch, Aron [C50]
Karlsbad (7) 29-Aug-1907


1. e4 e5 2. Nc3 Nf6 3. Nf3 Nc6 4. Bc4 Bc5 5. d3 d6 6. Be3 Bb6
   Der Abtausc h auf e3 ist immer mehr in Miskredit geraten, obwohl Steinitz der Ansicht war, dass der doppelbauer (e3,e4) von Nachteil werden musste. Man fürchtet heute die Angriffe, die Weiss auf der f-Reihe inszeniren kann.
7. Qd2 Be6 8. Bb3 d5 9. Bxb6 axb6 10. exd5 Bxd5 11. Nxd5 Nxd5 12. O-O O-O 13. Rfe1 Nf4 14. Re4
    Famos! Den Bauer darf Weiss niicht schlagen, da er nach 14. Nxe5 14... Qg5 die Dame verliert.
Ng6 15. d4 exd4 16. Nxd4 Na5 17. Rae1 Nxb3 18. axb3 c5 19. Nf3 Qxd2 20. Nxd2
   Man könnte nun glauben, dass Weiss kraft seines Entwicklungsursprungs die besseren Chancen hat. Niemzowitschhat aber mit tiefem Positionsblick erkannt, dass er bald die initiative erlangen wird.
Ra2
   Bis zum 30. Zuge bleibt Schwarz am Ruder. In solchen Lagen bildet man sich leicht ein, dass man im vorteil ist und nicht bloss die Aussicht, sondern auch die Verplichtigung hat, die Partie zu gewinnen. Aus dieser überschätzung, der eigenen und aus der Underschätzung der gegnerischen Ressourcen resultieren die meisten Enttäuschungen.
21. Rb1 Rd8 22. Nf3
   22. Nc4 wäre wegen 22... b5 nebst Rd8-d2 verfehlt.
Nf8 23. Kf1 Ne6 24. Ke2 b5 25. c3 Kf8 26. g3 Nc7 27. Re3 Nd5 28. Rd3 c4 29. bxc4 bxc4 30. Rd2
    Natürlich nicht 30. Rd4 wegen 30... Nxc3+
Ra6 31. Rd4 b5 32. Rbd1 Re8+ 33. Kf1 Nc7 34. Rd7 Rc6
   Schwarz vergisst, dass sein b-Bauer schwach werden kann. Die Preisgebung der a-Reihe war nicht gut.
35. Ra1 Re7 36. Rd8+ Re8
   Die Zugwiederholungen bezwecken Zeitgewinn.
37. Rd7 Re7 38. Rd8+ Re8 39. Rd7 Re7 40. Rd8+ Re8 41. Rd2 f6
   Rc6-a6 war geboten. Nach f7-f6 ist die Partie verloren, weil der Bauer b5 verloren geht.
42. Ra7 Re7 43. Rb7 Rc5 44. Rd8+ Re8 45. Rd6 Ke7 46. Rdb6 Kd8 47. Nd4 Ree5
    Verzweiflung. Doch gab es keine Hilfe, da Bauernverlust unvermeidlich war.
48. Nc6+ Kd7 49. Nxe5+ Rxe5 50. Ra6 Kc8 51. Raa7 Rc5 52. Kg2 Rc6 53. f4 g5 54. Kf3 h5 55. g4 h4 56. Rxc7+
    Kurz und bündig. Intendirt wird ein Bauernspiel, in dem Schwarz wehrlos ist.
Rxc7 57. Rxc7+ Kxc7 58. fxg5 fxg5 59. Ke4 Kd6 60. Kf5 Kd5 61. Kxg5 Ke4 62. Kxh4 Kd3 63. g5 1-0











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Nimzowitsch, Aron - Duras, Oldrich [B01]
Karlsbad (8) 30-Aug-1907


1. e4 d5 2. exd5 Nf6
   Aus den Kongressbüchern des Deutschen Schachbundes kann man ersehen, dass sich dieser Zug einst besonderer Beliebtheit erfreute. Erst Mieses verschaffte der Fortsetzung 2...Qd8xd5-a5 allgemeine Anerkennung.
3. d4 Qxd5
   überraschend!. Nach 2...Ng8-f6 darf Weiss annehmen, dass Schwarz Nf6xd5 beabsichtigt, und Qd8xd5 wegen des Tempoverlustes durch 3... Nb1-c3 vermeiden will. Duras ist aber eine Diplomatennatur. Schaut er nach links, so denkt er über eine Kombination am rechten Flügel nach, stellt er sich unangenehm überrascht, so ist ihm der Zug höchlich willkommen und sieht er bestürzt drein, so mag sich sein gegner in acht nehmen, denn dann steht er nicht mehr weit von Matt. Diese methode haben alle grossen Feldherren und Staatsmänner geübt, denn Vorsicht ist die Mutter der Weisheit und mit List kann man Kraft sparen.
4. c4 Qe4+ 5. Ne2 e5 6. Nbc3 Bb4
   Der Berichtersta tter konstatirt, dass Duras die harmloseste Miene angenommen hatte, als er dem Gegner diesen Köder hinstellte. Es muss dem hitzigen Niemzowitsch, als hohes Verdienst angerechnet werden, dass er nicht sofort anbiss (Qd1-a4 Nb8-c6 8. d4-d5), sondern mit der Selbstbeherrschung eines Weisen die Möglichkeit 8... Nf6xd5!! 9.c4xd5 Bb4xc3 10.b2xc3 Qe4xa4 ins Auge fasste und so den tückischen Anschlag des Feindes zunichte machte. Die Bosheit von 6...Bf8-b4 enthüllt sich aber in ihrem ganzen Umfange erst bei Prüfung der variante: 7. Qd1-a4 Nb8-c6 8. f2-f3 Bb4xc3 9. b2xc3 Qe4-h4 10.g2-g3 Qh4-h5 11.d4-d5, denn nun gewinnt Weiss ansheinend ohne Risiko einen Offizier. Aber nach 11...Qh5xf3 12 d5xc6 0-0 ! 13. Rh1-g1 Nf6-e4 sieht man, dass der Angriff des Schwarzen übermächtig wird (z.B. 14. Rg1-g2 Bc8-h3 etc.)
7. Bd2 Bxc3 8. Bxc3 Nc6 9. f3 Qh4+ 10. g3 Qh5 11. Bg2 O-O 12. d5 Ne7 13. O-O Ng6 14. Qb3 b6 15. Qc2 Bh3 16. g4 Qh4 17. Be1 Qh6 18. Bd2 Qh4 19. Be1 Qh6 20. Bd2 Qh4
   Kein befriedigend es Resultat. Weiss war berechtigt, mehr anzustreben. 21 Ne2-g3 Bh3xg2 22 Kg1xg2 hat viele Chancen z. B: I. 22...Ng6-f4? 23.Bd2xf4 e5xf4 23 Ng3-f5 Qh4-g5 24. h2-h4 und Weiss gewinnt die Dame. II. 22... Nf6-d7 23. Ng3-f5 Qh4-f6 23. h2-h4 Ng6xh4 24.Nf5xh4 Qf6xh4 25.Rf1-h1 und gewinnt. III. Freilich scheint nach 22...Nf6-e8 23.Ng3-f5 Qh4-d8 24.h2-h4 Ne8-d6! die Lage auch für Weiss kritisch zu gestalten. Aber Weiss konnte sich ja nach Nf6-e8 zu Ng3-f5 und h2-h4 noch Zeit lassen und darauf eventüll ganz verzichten. Am bästen wäre nach 22...Nf6-e8 der Vorbereitungszug 23.Rf1-h1; dennewig kann ja die schwarze Dame auf h4 nicht stehen. Zöge sie aber z.B. sofort weg (Qh4-d8) so kann 24.h2-h4 unbedenklich geschehen: 24...Ng6xh4? 25. Rh1xh4 Qd8xh4 26.Ra1-h1 und Weiss gewinnt.
1/2-1/2











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Mieses, Jacqüs - Nimzowitsch, Aron [C28]
Karlsbad (9) 31-Aug-1907


1. e4 e5 2. Nc3 Nf6 3. Bc4 Nc6
   Dass 3...Nf6xe4 am besten ist, wurde schon in den Anmerkungen zur Partie Tartakower-Wolf betont, wo auch die Konseqünzen dieses Zuge eingehend erörtert wurden. Aber Eines taugt nicht für Alle. Auch für Schachmeister gilt das Wort des griechischen Weisen. Niemzowitsch besitzt diese Selbsterkenntnis in hohem Masse: Er weiss dass er von der Natur nicht für die Verteidigung, sondern für den Angriff ausgerüstet worden ist, wie der Löwe, der Tiger, der Adler und andere Königstiere.
4. d3 Bb4 5. Bg5 h6 6. Bxf6 Bxc3+
    Eine wichtige Vorsichtsmassregel. Geschieht Sofort 6... Qxf6 so hat Weiss nach 7. Nge2 nebst 8.0-0 einen erheblichen Stellungsvorteil, da er nicht bloss mit f2-f4 (wie in der Partie) sondern obendrein noch mit Nc3-d5 lästig werden kann.
7. bxc3 Qxf6 8. Ne2 d6 9. O-O Be6 10. Bxe6
   Mieses läss t sich immer von höheren Gesichtspunkten leiten (siehe 12 bis 17. Zug) Sonst hätte er mit Bc4-b3 alle Komplikationen vermieden können.
fxe6 11. f4 O-O 12. Qb1 Rab8 13. Qb3 Kh7 14. f5
   Plausibel erscheint 14. fxe5 14... Qxe5 15. Rxf8 Rxf8 16. Qxb7 Räsonnabel wäre diese Spielart für Weiss nur dann, wenn er den Bauer behaupten könnte. Dass ist aber unmöglich: 16... Qf6 17. Qxc6 17. Ng3 17... Qxc3 etc. Schwarz könnte aber auch den Versuch machen, mit 17... Qf2+ 18. Kh1 18... Ne5 Mattangriffe einzuleiten, z.B 19. Qxc7 Ng4 20. Qxd6 20... Rf4 drohend Ng4xh2 etc. 17... Qf2+ 18. Kh1 Qxe2 19. h3 Rf2 20. Rg1 Qxc2 21. Qxc7 Qxd3 22. Qxa7 Offenbar kann sich Weiis auf das bisher Erreichte nichts einbilden.
    Zieht man nun noch in Betracht, dass sich Schwarz nach fxe5 sehr beqüm mit 14. ..Qf6-g5 aus der Affa re ziehen könnte, da Weiss die Drohung Qg5-e3 nicht ignorieren darf, so wird es völlig klar, warum Mieses auf den Bauer b7 verzichtete.
exf5 15. Rxf5 Qe7 16. Raf1 Rxf5 17. exf5
   17. Rxf5 kann Schwarz mit 17... Nd8 genügend pariren. Mit e4xf5 glaubte Mieses in Vorteil kommen zu können.
Nd8
   Mit der Nebnabsicht 18...Qe7-f7 19.Qb3-a4 Nd8-c6 nebst Rb8-f8.
18. Ng3 c6
   Jetzt wäre 18... Qf7 19. Qa4 19... Nc6 wegen 20. Qe4 oder auch 20. Qh4 drohend Ng3-e4-g5 bedenklich.
19. f6
   Es sieht aus, als müssten nun Dame, Turm und Springer zu vernichtender Gesamtwirkung gelangen. In Wirklichkeit kommt das Manöver der Entwicklung des Gegners zu statten.
gxf6 20. Nh5 Ne6 21. Rxf6 d5 22. g3
   Es ist merkwürdig, dass Mieses den gähnenden Abgrund nicht Sah. Der Rückzug des Turmes war geboten.
Ng7 23. Rxc6
   Der wackere stirbt, aber er ergibt sich nicht.
Nxh5 24. Qb5 Rg8 25. Rc5 Nxg3 26. Rxd5
   Niemzowitsch sagte nun Matt in vier Zügen an. Schlimmer hätte es dem Weissen auch nach g2xg3 nicht ergeben können.
Ne4+ 0-1











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Nimzowitsch, Aron - Salwe, Georg [C49]
Karlsbad (10) 2-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nc3 Nf6 3. Nf3 Nc6 4. Bb5 Bb4 5. O-O O-O 6. d3 Bxc3 7. bxc3 d6
   "Schon wieder spanisch und obendrein Vierspringerspiel! Das langweilige Zeug sollte doch endlich polizeilich verboten werden", sagen kundige Amateure. Und der Chorus der Halbwisser und schachlichen Analphabeten schreit: "Hinweg mit der Theorie, gehet von anderen Anfangsstellungen aus, stellet die Bauern hinter die Offiziere und die Könige mitten aufs Brett, dann lasset eüre Weisheit leuchten!". Derlei Reden können dem Meister nur Mitglied einflössen, denn sie wissen, dass die sogenannte "Theorie" nur ein winziges Eiland in dem unermesslichen Ozean unserer Unwissenheit ist. Daher die zahllosen unangenehmen überraschungen auf hundertfältig begangenen Wegen.
8. h3
    Kleine Ursachen, grosse Wirkungen! Statt, wie allgemein üblich, Bc1-g5 zu ziehen, trachtet Weiss möglichst rasch seine f-linie frei zu machen. Die Fesselung (Bc1-g5) kann ja auch später geschehen und scheint dann noch bedrohlicher zu sein, da die Batterie f1 demaskirt ist. Während sich Salwe über die Grösse dieser Gefahr und die Mittel zu ihrer Abwehr zu orientieren suchte, dachte aber Niemzowitsch mit arger List an ganz andere Möglichkeiten.
Ne7 9. Nh4 Be6 10. f4 Ng6 11. Nxg6
   Führt in einen Urwald neür Probleme. 11. fxe5 Nxe5 (11... dxe5 12. Bg5 c6 13. Bxf6 (13. Ba4 13... Qa5 oder wie vorhin Qd8-b6 14. Bb3 Nxh4 15. Bxh4 Nd7 16. Bxe6 fxe6) 13... Qb6+ 14. Kh1 Qxb5) 12. Bg5 c6 13. Bxf6 Qb6+ 14. Kh1 cxb5 (14... Qxb5 15. Be7 Rfe8 16. Bxd6) 15. Bxe5 (oder 15. Bg5 15... Rac8 etc) 15... dxe5 16. d4
   Nach diesem und ähnlichen Rekognoszirungen mag Salwe Ne7-g6 für völlig befriedigend angesehen haben. Das Unheil kommt aber - ganz unerwartet - von einer anderen Seite. Daher hätte zunächst c7-c6 geschehen sollen.
hxg6
   Warum nicht 11... fxg6 Sollte Salwe die Isolierung seines e-Bauers 12. fxe5 12... dxe5 mehr gefürchtet haben als den nun unvermeidlichen Verlust der Qualität? Oder hat er diese Gefahr gar nicht bemerkt.
12. fxe5 dxe5 13. Ba3 c6 14. Bxf8 Qxf8 15. Ba4 Qc5+
   Die Menschen lernt man erst im unglück kennen. Dieser Satz gilt auch für den Schachmeister. Mancher Grossmeister wird klein, recht klein im Unglück, während andere, denen sonst wenig Beachtung geschenkt wird, unter den Schlägen des Schicksals wachsen und sich als Helden erweisen. In diese Klasse starker Charaktere muss Salwe eingereiht werden. Seine Kühle Besonnenheit verliert er nie. Glück macht ihn nicht übermütig, Unglück nicht verzagt, und obwohl er von jedem Zuge das Beste sich erhofft, ist er stets auf das Schlimmste gefasst.
16. Kh2 Qxc3
   Die Kursdifferenz zwischen Turm und Laüfer wird zwar in der Regel durch einen Bauer nicht aufgewogen; aber Salwe mit seinem erstaunlichen Scharfblick, hatte offenbar schon bei c7-c6 erkannt dass er auf diese Weise eine unangreifbare Stellung sich verschaffen kann.
17. Bb3
   Die Qualität ist sehr stark, wenn ihr glücklicher Besitzer einen Freibauer hat oder mit dem Turm ins feindliche Lager eindringen kann. Niemzowitsch sucht natürlich beides oder wenigsten eines von beiden zu erreichen. Die a-Reihe erweist sich aber für ihn als völlig wertlos. Ob 17.Ra1-b1 b7-b5 18. Ba4-b3 Be6xb3 besser war muss dahingestellt bleiben.
Bxb3 18. axb3 a6 19. Ra2 Rd8
   Dadurch werde n alle Durchbruchsversuche schon im Keime erstickt, wie Weiss später einmal nach c2-c3 etc. mit d3-d4 machen könnte.
20. Qa1 Qc5 21. b4 Qe7
    Auf das Tauschgeschäft 21... Qxb4 22. Qxe5 lässt sich Salwe begreiflicherweise nicht ein.
22. Ra5 Rd4 23. Rf3 Nd7 24. c3 Rd6 25. Qg1
    Ein Hoffnungsschimmer. Vielleicht lässt sich Qg1-a7 etwas ausrichten.
Re6 26. Qa7 Nf8
   Der Schimmer ist erloschen! Man sieht nun, wozu Salwe Rd6-e6 spielte. Stünde die Dame auf e7 ungedeckt, so wäre Weiss nun mit Ra5xa6 in Vorteil gekommen.
27. Ra1 g5 28. Raf1 f6
    Salwe hat nun auch diese Seite seines Hauses vollständig verbarrikadirt.
29. Ra1 Ng6 30. Qb8+ Kf7 31. Qc8 Rd6 32. g3 Rd7 33. Raf1 Nf8 34. R1f2 Ng6 35. Rf1 Nf8 1/2-1/2











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Berger, Johann - Nimzowitsch, Aron [A46]
Karlsbad (11) 3-Sep-1907


1. d4 Nf6 2. Nf3 d6 3. Nbd2 Nc6
   L. Paulsen und Tschigorin haben derartige Verteidigungssysteme wiederholt versucht. An und für sich sind sie nicht besser wie die allgemein üblichen, aber sie bieten den Reiz der Neuheit, der vielen als Ansporn für besondere Leistungen unentbehrlich ist.
4. e4 e5 5. c3 Be7 6. Bb5
   Wunderbar aber wahr! Auf umwegen - mit Berechnung oder instinktiv - sind die Kämpen in die "Spanische" hineingeraten.
exd4 7. cxd4 O-O 8. O-O Bg4 9. Bxc6 bxc6 10. Qc2 Qd7 11. b3
   Nicht bloss um den Laüfer nach b2 zu führen, sondern auch um den schwächlichen Bauer c6 mit Ra1-c1 nochmals zu bedrohen. Die Verteidigung scheint schwerig zu sein. Niemzowitsch hat aber ein überraschend einfaches Gegenspiel.
Nh5 12. Kh1
   Vortrefflich. Nach 12. Bb2 kann Schwarz dem drohenden Ra1-c1 mit 12... Nf4 vorbeugen. Weiss müsste dann wohl 13. Kh1 (denn 13. Rfc1 ist wegen 13... Bxf3 sofort ruinös) und Schwarz hat Zeit seinem c-Bauer zu Hilfe zu kommen 13... Ne6 ( oder aber einen Angriff am Königsflügel zu versuchen. 13... Bxf3 14. gxf3 Qh3 15. Rg1 Bh4 16. d5 f6 17. Raf1 c5 18. b4 Rab8 19. bxc5 Rxb2 20. Qxb2 Nd3 21. Qb7 Nxf2+ 22. Rxf2 Bxf2 23. Rg2 Bxc5 24. Qxc7 24... g6 etc.) 14. Rac1 c5
Rad8 13. Ng1 Nf4 14. Nc4 Ne6 15. Be3 Bf6 16. f3 Bh5 17. Rad1 d5
    Beide Matadore bekundeten durch ihre letzen sechs Züge, dass sie durchaus nicht nach Vereinfachung streben, sondern im Trüben zu fischen gesonnen sind. Daher entsteht nun ein sehr spannendes Geplänkel.
18. Na5 dxe4 19. g4 Bg6 20. f4
   Die pointe der tiefen mit 17. Ra1-d1 eingeleiteten Kombination.
Nxf4 21. Rxf4
   Sehr gewagt wäre 21. Bxf4 21... e3 22. Qxc6 (22. Qg2 (es droht nämlich auch Qd7-d5 nebst Qd5xa5) 22... Rfe8 23. Rde1 23... Bxd4 Schwarz hat 3 Bauern für die Figur und eine gewaltige Stellung. Den Bauer c6 darf Weiss wegen Bg6-e4 offenbar nicht schlagen und gegen Bg6-d3 ist wohl nichts zu erfinden.) 22... Qxc6+ 23. Nxc6 Be4+ 24. Nf3 24... e2 und gewinnt
Bg5 22. Qxc6 Bxf4 23. Qxd7
   Es folgt ein höchst interessantes Endspiel.
Rxd7 24. Bxf4 e3
   Droht Bg6-e4
25. h3 Bc2 26. Re1 Rxd4 27. Bxe3 Re4 28. Bf2 Rd8 29. Rc1
   Nach Ra1xe4 ginge der Bauer a2 verloren.
Rd2 30. Be1 Rd1
   Sehr hübsh wäre 30... Rxg4 31. Bxd2 ( Aber Niemzowitsch sah offenbar die Schlange unter den Rosen 31. hxg4 31... Be4+ 32. Nf3 Bxf3+ 33. Kg1 Rg2+ 34. Kf1 Rxg4 35. Rxc7 h5 36. Nc4 Für Schwarz schaut nichts Gutes heraus. 31... Be4+ 32. Kh2 Rg2+ 33. Kh1 Rxd2+ 34. Nf3 Bxf3+ 35. Kg1 Rxa2
31. Rxd1 Bxd1 32. Bf2 a6 33. Nc4 Be2 34. Nd2 Re5 35. Kg2 h5 36. Kg3 hxg4 37. hxg4 Bd1 38. Nc4 Rg5 39. Ne3 Bxg4
    Ein kühner und geistvoller Plan. Zwei Springer können bekanntlich das Matt nicht erzwingen. Folglich braucht Schwarz nur die Weissen Bauern unschädlich zu machen und dann im gelegenen Augenblick den Turm für den Läuferherzugeben. Soweit kommt es aber nicht, weil die Partie bald remis gegeben wird.
40. Kf4 Ra5 41. Nxg4 Rxa2 42. Be1 c5 43. Nf3 a5 44. Ne3 a4 1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Johner, Paul [D02]
Karlsbad (12) 5-Sep-1907


1. Nf3
   "Zukertorts Eröffnung", sagen die Lehrbücher. Sie führt aber stets zum Damengambit oder zum gemeinen Damenbauerspiel, bietet also nichts Charakterischtisches und ist sogar schwächlich, wenn Weiss auf 3.c2-c4 verzichtet.
d5 2. d4 e6 3. Bf4 c5 4. e3 Qb6 5. b3
    Weiss muss sich also bereits auf die Verteidigung verlegen.
Nc6 6. Be2 Nf6
   Man muss das Eisen schmeiden so lange es heiss ist. g8-f6 ist ganz indifferent. Bc8-d7 nebst Ra8-c8 wäre augenscheinlich energischer.
7. h3
    Um den Läufer gegen Nf6-h5 zu sichern
cxd4 8. exd4 Be7
   Auch jetzt war Bc8-d7 vorzuziehen, um den durch b3-b3 geschwächten Damenflügel ehestens angreifen zu können.
9. O-O O-O 10. c4
   Ohne c2-c4 gehts also trotzdem nicht ab. Jetzt ist aber der Zug nicht unbedenklich und er wäre noch bedenklicher, wenn Schwarz (statt Bf8-e7 und 0-0) Bc8-d7 nebst Ra8-c8 gespielt hätte.
dxc4 11. bxc4 Rd8
   Warum nicht 11... Qb2 ist 12. Qd2 Qxa1 13. Nc3 13... Qxf1+ für Weiss wirklich erstrebenswert ? Wer wollte diese Frage entshieden bejahen? Im Mittelspiel mag ja die Dame freilich mehr Chancen haben als die vorläufig noch untätigen Türme des Schwarzen. Aber wenn die Dame nicht bald etwas ausrichtet - und wie wollte sie dies anstellen - wie stellt sich die Bilanz im Endspiel.
12. Be3 e5
   Die beiderseitige Chancen sind sehr schwer abzuschätzen. Weiss hat das freiere Figurenspiel, aber "die hängenden Bauern" (c4 und d4) bilden die Achillesferse seiner Stellung. Schwarz hätte sich zunächts ruhig entwickeln sollen. Dann erst war der Versuch zu machen, ob sich die Schwäche des weissen Zentrum ausnützen liesse. e6-e5 ist eine schlimme übereilung, die alle zukunftschancen wegwirft.
13. d5 Bc5 14. Bxc5 Qxc5 15. Nbd2
   Erobert den Bauer e5.
Nd4 16. Nxe5 Re8
    Etwas besser war wohl 16... Nxe2+ 17. Qxe2 Re8 18. Ndf3 Nd7 19. Nxd7 Bxd7
17. Ndf3 Nxf3+
    Auch jetzt konnte Schwarz in die vorhin angedeutete Variante einlenken.
18. Nxf3 b5 19. Qd4 Qa3 20. Ne5 Bb7 21. d6 Rad8 22. c5 1-0











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Teichmann, Richard - Nimzowitsch, Aron [C66]
Karlsbad (13) 6-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. O-O Be7 5. Nc3 d6 6. d4 Bd7 7. Re1 exd4
   Bekanntlich erzwungen, da die Rochade wegen 8. Bb5xc6 Bd7xc6 9.d4xe5 schlecht ist.
8. Nxd4 Nxd4
   0-0 ist minder beqüm, weil Weiss 9.Nd4-e2 spielt
9. Qxd4 O-O 10. Bg5
   10. b3 Bxb5 11. Nxb5 11... Ne8 gestattet dem Schwarzen eine mühelose überwindung aller Schwierigkeiten, da Be7-f6 droht.
Bxb5 11. Nxb5 Re8 12. Nc3 Nd7 13. Bxe7 Rxe7 14. Rad1 Nb6
   Karl Eisenbach hat aus unzähligen Partien den Grundsatz abgeleitet, dass die Springer auf b3 (beziehungsweisse b6) sehr ungünstig placiert sind und nur in dieser Variante der SPanischen und des Damengambits diese Felder im allgemeinen ohne Nachteil betreten können.
15. Re3 Re6 16. b3 Qg5 17. Rg3 Qe5 18. Qd2 f5
    Niemzowitsch sucht verwicklungen herbeizuführen. Der Zug sieht wegen 19. Rg3-g5 Ra8-f8 20.g2-g4 bedenklich aus. Schwarz hätte sich aber mit 20... Re6-g6 sehr gut aus der Affäre gezogen.
19. Nd5 Rc8
   Einfacher wäre sofort 19...Nb6xd5, denn nun könnte Weiss die Qualität gewinnen: 20.f2-f4 Qe5xe4 21.Rg3e3 Qe4xd5 22.Qd2xd5 Nb6xd5 23.Re3xe6 Nd5xf4. Allerdings hätte Schwarz für die Qualität wohl ein genügendes äquivalent. Teichmann will mehr erlangen.
20. c4
   Er hat es auf die Dame abgesehen (21.f2-f4 Qe5xe4 22. Rg3-e3). So lange wartet aber Niemzowitsch nicht.
Nxd5
    Die höchste Zeit. Auf 20... fxe4 21. Rg5 Eine andere prächtige Art die Dame zu verlieren wäre 20...c6-c7 21.f2-f4 Qe5xe4 22. Nd5-c3 !! (naturlich auch Rg3-e3).
21. exd5 Ree8
   Gewinnmöglichkeiten waren vorhin reichlich vorhanden, aber da keiner den erforderlichen Bock schiessen wollte, versimplet sich die Stellung bi zur toten Remisstellung.
22. Re3 Qf6 23. Rde1 Kf8 24. g3 b6 25. Kg2 Rxe3 26. Qxe3 Qf7 27. f4 Re8 28. Qxe8+ Qxe8 29. Rxe8+ Kxe8 30. Kf3 Kf7 31. h3 Kf6 32. Ke3 Ke7 33. b4 a6 1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Spielmann, Rudolf [D32]
Karlsbad (14) 7-Sep-1907


1. d4 d5 2. Nf3 c5 3. c4 e6 4. cxd5 exd5 5. Nc3 Nc6 6. Bg5
   Dieser Zug hat sich in der Meisterpraxis merkwürdigerweise dauernd behauptet, wiewohl er die Entwicklung des gegnerische Spiels fordert und somit theoretisch nicht recht befriedigt.
Be7 7. Bxe7 Ngxe7 8. dxc5 d4
   Die stärkste Fortsetzung. Gut ist auch Qd8-a5, was Dr. Lasker in einer Partie seines Wettkampfes mit Marshall spielte.
9. Ne4 O-O 10. g3 Bf5 11. Nfd2
   Alles schon dagewesen. Die Variante ist seit dem Championturnier in Ostende (1907) aus der Partie Marshall-Dr. Tarrasch bekannt.
Qa5 12. Bg2 Bxe4 13. Bxe4 Qxc5 14. O-O Rad8
   Schwarz sucht in der Folge durch Operationen in Zentrum und am Königsflügel einen vorteil herauszuschlagen, während Weiss, der sachlage entsprechend, am Damenflügel Angriffe vorbereitet.
15. Qc2 Qh5
   Da Weiss in der entwicklung zurückblieb (eine folge von 6. Bc1-g5) ist sein Antrag auf Damentausch verständlich. Nach 15... Qxc2 16. Bxc2 16... Nb4 (wohl am besten) 17. Bd3 Nxd3 18. exd3 standen die Spiele gleich.
16. Rac1 f5
   Mit 16... Qxe2 könnte sich Schwarz den Bauer d4 frei machen, aber seinen Königsstellung wäre nach 17. Bxh7+ Kh8 18. Bd3 Qh5 19. Rfe1 (drohend Re4) nicht unbedenklich
17. Qb3+ Kh8 18. Bf3 Qh6 19. Rfd1 Rd7 20. Rc5 b6 21. Rcc1 Ne5 22. Nc4 N7g6
    Beiderseits trefflich gespielt. Schwarz spekulierte auf 22... Ng4 Nun aber ist dieser Plan durchkreuzt; denn nach 23. Bxg4 fxg4 24. Ne5 steht Weiss auf Gewinn z. B. 24... Rd5 25. Qxd5 Nxd5 26. Nf7+ etc. Mit dem Fesselungszuge 22... Rc7 wurde Schwarz in eine tiefe Falle geraten 23. Nxe5 Rxc1 24. Rxc1 Qxc1+ 25. Kg2 und Weiss gewinnt, z.B. 25... h6 (25... g6 26. Nd7 Rd8 27. Qf7) 26. Qe6 26... Qc7 (oder c5 oder g5) 27. Qxe7
23. Nxe5 Nxe5 24. Qb5 Nxf3+ 25. exf3 Qe6
    Sieht alles; da kann man allerdings nicht gewinnen. Es drohte auch Qb5xf5
26. b3 Rfd8 27. Qd3 h6 28. Kg2 Rd5 29. Rc7 a5 30. Rdc1 Qe5 31. Rc8 Rxc8 32. Rxc8+ Kh7 33. Rc6 b5 34. Rc2 Qd6 35. Re2 Qc5 36. Rc2 Qd6 37. Re2 Qc5 1/2-1/2











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Leonhardt, Paul - Nimzowitsch, Aron [B16]
Karlsbad (15) 9-Sep-1907


1. e4 c6
   Diese eröffnung wurde zürst in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhundert von dem Wiener Meister Marcus Kann (+ am 3. Februar 1886) analysirt und in Wiener Lokal-Meisterturnieren in die Praxis eingeführt. Kann erzielte mit derselben viele schöne Erfolge. Man siehe z.B auch seine brillante Gewinnpartie gegen Mieses im Hamburger Kongressbuche 1885, seite 235. Später in den Achtsigerjahren, befasste sich der Berliner Meister Horatio Caro mit dem Studium der Eröffnung, ohne jedoch nennenswerte neü Ergebnisse zu erzielen. Gleichwohl erhielt die Eröffnung den Kompromissnamen "Caro-Kann", der denn auch von der gesamten Schachwelt angenommen und festgehalten wurde. Erst in allerjüngster Zeit gab sich ein norddeutscher Schachliterat dazu her, den namen des toten Wieners zugunsten des lebenden Berliners auszuscheiden und mit "Caros Eröffnung" auf den Plan zu treten. Diese "Neürung" wird kein Glück haben. Die historische Wahrheit lässt sich nicht unterdrücken und wird immer Recht behalten. Wenn man schon die Kompromissbezeichnung fallen lassen will, so könnte fürderhin nur noch von "Kanns Eröffnung" die rede sein.
2. d4 d5 3. Nc3
   Die Fortsetzung 2.e4-e5 ist aus der mode gekommen, obwohl sie hier nicht so übel ist, wie in der französischen Partie.
dxe4 4. Nxe4 Nf6 5. Nxf6+
    üblicher ist Ne4-g3, denn der Abtausch fördert die entwicklung das Schwarzen.
gxf6
   Nach e7xf6 hätte Weiss am Damenflügel die Majorität der Bauern, also ein Klares übergewicht fürs Endspiel. Dagegen wären die schwarzen Bauern am Königsflügel durch den Doppelbauer entwertet und unfähig gegen die drei weissen (f2, g2, h2) etwas auszurichten.
6. c3 Qd5 7. Qb3 Qe4+ 8. Ne2 Nd7 9. Be3 Nb6 10. Ng3 Qg6 11. c4 f5 12. Bd3 Bg7 13. O-O-O O-O 14. Qc2 e6 15. Ne2
   Schön, interessant und gewaltig, warscheinlich sogar entscheidend. Weiss droht g2-g4, während Schwarz noch keine Spur eines Gegenangriffes hat. Sein Mobilizierungsplan vom 6. bis 10 Zuge war also verfehlt.
Qf6
    Qg6xg2 wäre wegen Rd1-g1 augenscheinlich verderblich.
16. g4
   Die öffnung der g-Linie und die Freimachung der Diagonale c2-h7 verspricht einen unwiederstehlichen Angriff.
fxg4 17. h3
    Sehr fein, aber nicht das Beste.
   17. Bxh7+ Kh8 18. Ng3 (nicht sofort h2-h3 wegen g4-g3 !) hätte den Schwarzen in vile schlimmere Verlegheiten gestürzt z. B 18... Nxc4 (18... e5 19. h3 gxh3 20. Bf5 Das kann Schwarz auf die Dauer nicht aushalten.) (Am besten ist wohl 18... Qh4 19. h3 19... gxh3 aber die Stellung bleibt höchst Kritisch.) 19. h3 Nxe3 20. fxe3 offenbar ist Schwarz in einer üblen Lage.
g3
    Niemzowitsch gewinnt damit Zeit zur Inszenirung eines Gegenangriffs.
18. Nxg3 Qh4 19. Rdg1 Kh8 20. f4 f5
    Unerlässlich, sonst käme der weisse Springer ins Gefecht.
21. Qe2 Qd8
   Der Wendepunkt. Schwarz arbeitet sich nun allmählich empor.
22. Qf2 c5 23. Ne2 Bf6 24. Rd1 cxd4 25. Bxd4 Bd7 26. Nc3 Bc6 27. Bxf6+ Qxf6 28. Rhg1 Rac8 29. Kb1 Rfd8 30. Be2 Rxd1+
   Danach steigen die Aktien des Weissen. Der Abtausch wäre nur dann zu billigen, wenn Schwarz Rg1xd1 sofort mit Rc8-d8 beantworten könnte.
31. Rxd1 Re8
    Zwarspät, aber doch noch rechtzeitig erkennt Niemzowitsch, dass 31... Rd8 wegen 32. Rxd8+ Qxd8 33. Qe3 Qf6 34. Kc2 sehr bedenklich wäre. Weiss hat nicht bloss das übergewicht der Bauern am Damenflügel, sondern auch allerlei sehr unangenehme Drohungen z. B. 35. b2-b3 nebst a2-a4-a5 oder auch 35. b2-b4.
32. a3 e5 33. c5 Nc8 34. Bb5 Bxb5 35. Nxb5 Rd8 36. Rxd8+ Qxd8 37. Kc2
    Es drohte Qd8-d3
a6 38. Nc3 e4 39. Qd2 Qxd2+ 40. Kxd2 Kg7 41. b4 Kf6 42. Ke3 Ne7 43. Kd4 Ke6 44. a4 Nc6+ 45. Kc4 Ne7 46. b5 axb5+ 47. axb5 Kd7 48. Ne2 Ke6 49. Nd4+ Kd7 50. Ne2 Ke6 51. Nd4+ Kd7 52. h4 Ng6
   Notgedrungen. Kd7-c7 wäre wegen Nd4-e6 ganz schlecht. überdies droht Weiss h4-h5, wonach der schwarze Springer zu Untätigkeit verurteilt wäre.
53. Nxf5 Nxf4 54. Kd4 Ne6+ 55. Kd5 Nc7+ 56. Kc4 Ne6 57. Kd5 Nc7+ 58. Kc4 Ne6 59. h5 Nc7
    Nun kann Weiss noch einige Schreckschüsse abfeürn.
60. Nd6 e3 61. Kd3 b6
   Die Pointe der mit dem vorigen Zuge eingeleiteten schönen Rettungsaktion.
62. cxb6 Nd5 63. Ne8 Kc8 64. Nd6+
   Beiderseits reizend gespielt. Offenbar würde sich Schwarz nach 63...Nd5xb6 64.Ne8-f6 erheblich im Nachteil befinden. Nach 63...Kd7xe8? 64.b6-b7 wäre es sofort verloren.
Kd7 65. Ne8 Kc8 66. Nd6+
   Weiss hat nichts besseres. Auf h5-h6 z. B. würde Kc8-b7xb6 folgen.
Kd7 67. b7 Kc7 68. h6 Kb8
   Sicher wie in Abrahams Schosse. Der weisse König wird durch den Bauer e3 hypnotisirt und der weisse Springer kann seinen Bauern nicht vorwärts helfen. Also Remis, aber nach hartem, lehrreichem Kampfe.
69. Ne4 Kxb7 70. Ng5 Nf6 71. Kxe3 Kb6 1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Marshall, Frank [A06]
Karlsbad (16) 10-Sep-1907


1. Nf3 d5 2. d3
   Um mit Nb1-d2 nebst e2-e4 eine Art "Philidor im anzuge" zu spielen. Diese eröffnung bietet die Aussicht, dass sich heissblutige Gegner leicht zu inkorrekten Angriffen verleiten lassen.
Nf6 3. Nbd2 Nc6 4. g3
    Auf 4.e2-e4 würde d5xe4 5.d3xe4 e7-e5 dem schwarzen Spieler den Vorzug verschaffen. weil der schwarze Damenspringer besser postirt ist als sein weisser Kollege.
e5 5. Bg2
   Vorsichtiger war e2-e4.
e4
   Der unterne hmungslustige Amerikaner eröffnet sofort einen stürmischen Angriff.
6. dxe4 dxe4 7. Ng5 e3 8. fxe3 h6
   Mit 8... Ng4 wäre nicht viel zu erreichen 9. Nde4 Qxd1+ 10. Kxd1 h6 (10... f5 11. h3) 11. Nh3 f5 12. Nhf2
9. Nge4 Ng4
   Droht die Dame matt zu setzen.
10. Nb3
   Auf 10. Nf3 wurde 10... Qxd1+ 11. Kxd1 11... f5 die Folge sein.
Qxd1+ 11. Kxd1 Bf5
    f7-f5 würde mit h2-h3 beantwortet werden.
12. Ke1 Nb4
    Die Springerangriffe auf beiden flügeln sind sehr interessant.
13. Nd4 O-O-O
   Falls c7-c5, so a2-a3. Auf Nd4xf5 folgt Matt in zwei Zügen.
14. h3 Rxd4
   Dieser Zug wäre auch auf a2-a3 geschehen.
15. exd4 Nxc2+ 16. Kd2
   Tschigorin wies nach, dass sich Weiss mit 16. Kd1 halten konnte, z. B. 16... Nge3+ 17. Bxe3 Nxe3+ 18. Kd2 Nxg2 19. Nc3 19... Bb4 um mit Bf5-e4 den Springer zu decken 20. Rh2 Be4 21. e3 (21. Rg1 c5) 21... c5 22. Ke2 Bxc3 23. bxc3 nebst Ra1-g1.
Nge3
    Marshall spielt die ganze Partie ausgezeignet.
17. Bf3 Nxa1 18. Kxe3 Nc2+ 19. Kd3 Nb4+ 20. Ke3 Nc2+ 21. Kd3 Nb4+ 22. Ke3 Nxa2 23. g4 Bg6 24. Bd2 Nb4 25. Rc1 Be7 26. Nc5
   Dies beschleunigt den Verlust. Ke3-f2 musste geschehen.
Bg5+ 27. Kf2 Bxd2 28. Rc4 b5 0-1











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Schlechter, Carl - Nimzowitsch, Aron [C77]
Karlsbad (17) 12-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. Nd5 Be7 7. O-O O-O 8. Re1 d6 9. Nxf6+
   In Betracht kommt 9. Nxe7+ 9... Qxe7 auch Nc6xe7 nebst Ne7-g6 kann gespielt werden. 10. c3 nebst d2-d4. (10. d4 Nxd4 11. Nxd4 exd4 12. Qxd4 12... c5 etc.)
Bxf6 10. c3 h6
    Nicht recht verständlich; Bc8-g4 oder sofort Nc6-e7 verdient den Vorzug.
11. h3 Ne7 12. d4 Ng6 13. Be3 Kh7 14. Qd2 Be6 15. Bc2 Qe7 16. d5
   Dieser Zug nur Sinn, wenn damit ein Angriff gegen den feindlichen Damenflügel (mit c3-c4 und b2-b4) eingeleitet würde. Weiss will aber am Königsflügel operieren und dazu ist d4-d5 eine schlechte Vorbereitung. Den folgenden Teil der Partie spielt Weiss schwach, Schwarz dagegen ausgezeichnet.
Bd7 17. Kh2 Nh8
   Weiss will f2-f4 durchsetzen. Dieser und die folgenden starken Züge des Schwarzen vereiteln diesen Plan.
18. Ng1 g5 19. g3 Ng6 20. Qd1 Bg7 21. Qf3 a5
   Damit Weiss nicht etwa auf die Idee verfällt, am Damenflügel etwas zu unternehmen (mit b2-b4 und c3-c4).
22. Ne2 Bb5 23. a4
    Weiss hat nun Schwächen auf beiden Flügeln.
Bd7 24. Rh1 Qe8 25. h4 Qc8
   Droht Bd7-g4 nebst Bg4xe2
26. Bd3 Bg4 27. Qg2 gxh4 28. f3 h3 29. Qf1 f5
   Vernichtend.
30. fxg4
   Etwas besser wäre noch Ne2-g1.
fxe4 31. Qxh3 exd3 32. Bxh6 Rh8
   Eine Kraftleistung Niemzowitsch.
0-1











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Nimzowitsch, Aron - Maroczy, Geza [C49]
Karlsbad (18) 13-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nc3 Nf6 3. Nf3 Nc6 4. Bb5 Bb4 5. O-O O-O 6. d3 d6 7. Ne2 Ne7 8. Ng3 c6 9. Ba4 Ng6 10. h3 d5 11. c3 Bd6 12. Re1 Re8
   Am besten war es wohl, mit h7-h6 den folgenden starken Läuferzug des Weissen zu verhindern.
13. Bg5
   droht e4xd5.
dxe4 14. Bxf6 Qxf6 15. Nxe4 Qd8 16. Bb3
    Nun muss Schwarz der Drohung Nf3-g5 begegnen.
Be6 17. d4 exd4 18. Nxd4
    Weiss hat eine mächtige Stellung erlangt. Die Mittel des Schwarzen reichen gerade noch hin, entscheidenden Nachteil abzuwehren.
Bxb3 19. Qxb3 Rb8 20. Nxd6 Rxe1+ 21. Rxe1 Qxd6 22. Qa4 a6 23. Nf5 Qf6 24. Qe4 h6
    Ein Ventil ist notwendig. Weiss drohte überrumpelung durch 25.Qe4-e8 Rb8xe8 26.Re1xe8 Ng6-f8 27.Nf5-e7 etc.
25. Ne7+ Nxe7 26. Qxe7 Qf4 27. Re3
    Etwas stärker war Re1-d1.
b5 28. Rf3 Qc1+ 29. Kh2 Rf8 30. b4 Qb2 1/2-1/2











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Cohn, Erich - Nimzowitsch, Aron [C25]
Karlsbad (19) 14-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nc3 Bc5 3. Nf3 d6 4. d4
    Eine sehr gute Fortsetzung ist bekanntlich 4.Nc3-a4.
exd4 5. Nxd4 Nf6 6. Be2 O-O 7. O-O Re8 8. Nb3
   Hier steht der Springer schlecht.
   Besser ist 8. Bf3 und falls 8... Nbd7 (8... Nc6 9. Nxc6 bxc6 10. e5 etc.) so 9. g3 9... Ne5 10. Bg2
Bb6 9. Bg5 h6 10. Bh4
    Ein inkorrektes Bauernopfer. Besser war 10.Bg5xf6 Qd8xf6 11.a2-a4
g5 11. Bg3 Nxe4 12. Nxe4 Rxe4 13. Bd3 Bg4 14. Qd2 Re8 15. a4
    Mehr aussicht auf Angriff bot 15.c2-c3 nebst Kg1-h1 und f2-f4.
a5 16. h4
   Dieser und die folgende Zug sind Wasser auf die Mühle des Schwarzen. Niemzowitsch leitet alsbald einen unwiederstehlichen Mattangriff in der h-Linie ein.
Qf6 17. hxg5 hxg5 18. Nc1 Nc6 19. Na2 Kg7 20. Nc3
    Weiss liegt in Agonie.
Qh6
    Gegen die Drohung Ra8-h8 ist nichts zu machen.
0-1











Move

Nimzowitsch, Aron - Chigorin, Mikhail [D02]
Karlsbad (20) 16-Sep-1907


1. d4 d5 2. Nf3 Bg4 3. Ne5 Bf5 4. c4 e6 5. Nc3
    Sehr stark wä sofort Qd1-b3 womit b7-b6 erzwungen worden wäre.
c6 6. Qb3 Qb6 7. Bf4 Nf6
   Der Bauer d4 ist nicht zu nehmen; es würde folgen: 7... Qxd4 8. Qxb7 Qxf4 9. Qxf7+ Kd8 10. Qxf8+ Kc7 11. Qxg7+ usw.
8. c5 Qxb3 9. axb3 Nbd7 10. b4 Nh5 11. Nxd7 Kxd7
    Nicht gut wäre 11...Nh4xf4 wegen 12 Nd7-b6.
12. Bd2 Be7 13. b5 Nf6 14. e3 e5 15. Be2
   Auf 15.d4xe5 gewinnt Nf6-g4 den Bauer mit gutem Spiel zurück.
Ne8
   Dies verliert den Bauer. Tschigorin sieht zu spät, dass nach 16.b5xc6 b7xc6 17.d4xe5 der Bauer c5 wegen 18.Nc3-a4 nicht geschlagen werden kann. Es musste e5xd4 geschehen.
16. bxc6+ bxc6 17. dxe5 Nc7 18. Na4 Rhb8 19. O-O f6 20. exf6 Bxf6 21. Bc3 Bc2
   Auf Bf6xc3 schlägt Weiss mit dem Bauer zurück und löst mit c3-c4 den Doppelbauer wieder auf.
22. Rfc1 Bb3 23. Bxf6 gxf6 24. Nc3 Rb4 25. Bd3 h6 26. Ne2 a5 27. Bf5+ Ke8 28. Nd4 Ba4 29. b3 Bb5
   In betracht kam 29...Ba4xb3 30.Nd4xc6 Rb4-c4 und Schwarz erhält in der a- oder c-Linie einen Freibauer.
30. Ra3 a4 31. Rca1 Ra6 32. bxa4 Rbxa4 33. Rxa4 Rxa4 34. Rxa4 Bxa4 35. Bd3 Kd7 36. Kf1
   einfacher war wohl der Abtausch des c-Bauers gegen den Bauer h6, der mit 36.Nd4-f5 zu erzwingen war. Weiss hätte damit am Königsflügel zwei verbundene Freibauern forcirt. Nach dem Textzuge wird der gewinn sehr Schwierig.
Bb5 37. Bxb5 cxb5 38. Ke2 b4 39. Kd2 Na6 40. c6+ Kd6 41. Kc2 Kc5 42. Kb3 Kb6 43. g4
    Besser war 43.f2-f3. Das Schwarze Pferd schlägt nun wütend um sich.
Nc5+ 44. Kc2
    Falls 44.Kb3xb4, so Nc5-d3 und Schwarz gewinnt den f- und g-Bauer.
Ne4 45. f3 Nd6 46. Kb3 Nc4 47. Kxb4 Nxe3 48. Kc3 Nc4 49. Kd3 Ne5+ 50. Ke3 Nxc6 51. Nxc6
   Damit gibt Weiss den Gewinn aus der Hand. Die Richtige Spielweise war 51. Nd4-f5 nebst Nf5xh6.
Kxc6 52. Kd4 Kd6 53. f4 Ke6
    Dieser Königszug führt zum Verlust.
    Mit 53. Kd6-c6 !! konnte Tschigorin die Partie noch remis machen, z. B. 53... Kc6 54. h4 Kd6 55. h5 Ke6 56. Kc5 f5 57. g5 hxg5 58. h6 Kf7 59. fxg5 f4
54. Kc5 f5 55. h3 fxg4 56. hxg4 d4 57. Kxd4 Kd6 58. f5 1-0











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Olland, Adolf - Nimzowitsch, Aron [C41]
Karlsbad (21) 17-Sep-1907


1. e4 e5 2. Nf3 d6 3. d4 Nd7 4. Nc3 Be7 5. Be3 Ngf6 6. Qd2 O-O 7. h3 c6 8. Bd3 Qc7 9. O-O a6 10. Rae1 b5 11. Ne2
   Zunächst hätte d4xe5 geschehen sollen.
d5
   Niemzowitsch zieht sofort Vorteil aus dem schwachen 11. Zuge des Weissen und gewinnt einen Bauer.
12. dxe5
   Falls 12. Ng3 so 12... Nxe4 13. Nxe4 dxe4 14. Bxe4 14... f5 nebst e5-e4.
Nxe4 13. Qc1 Nxe5 14. Nxe5 Qxe5 15. Nd4 Bd7 16. Nf3 Qh5
   Droht Bd7xh3
17. Qd1 f5 18. Be2 Bf6 19. Bd4 Qf7 20. Bd3 Rfe8 21. c3 Kh8 22. Qc2 c5
    Schwarz brungt seinen materiellen Vorteil langsam, aber sicher zur Geltung.
23. Bxf6 Qxf6 24. Rd1 Bc6 25. Rfe1 a5 26. Nh2 h6 27. f3 Nd6 28. Qf2 d4
    Der Freibauer muss die Partie entscheiden.
29. Bc2 Rxe1+ 30. Rxe1 Nc4 31. cxd4 cxd4 32. Bd3 Ne3 33. Rc1 b4 34. Nf1 Re8 35. Ng3 Bd7 36. Ne2 Rc8 37. Rxc8+ Bxc8 38. Qg3 Ba6 39. Bxa6 Qxa6 40. Qb8+ Kh7 41. Nf4 Qf6
   Schwarz muss noch sehr vorsichtig zu Werke gehen. Die Fortsetzung 41...d4-d3, die von einigen Analytikern als klarer Weg zum Gewinn bezeichnet wurde, führt nicht zum Ziele. z. B. 41... d3 42. Qd8 Qc4 43. Nxd3 (noch stärker ist 43. Qd6 womit Weiss Remis durch ewiges Schach droht.) 43... Qc2 44. Nf4 (falls 44. Ne1 oder Nd3-f2, so 44... Qe2) 44... Qc1+ 45. Kf2 (45. Kh2 Nf1+ 46. Kg1 46... Ng3+ nebst Qxf4) 45... Qxb2+ 46. Kxe3 Qe5+ 47. Kf2 Qxf4 48. Qxa5 und die Partie ist Remis.
42. Qe8 Qa6
   Um Zeit zu gewinnen.
43. Qd7 Qf6 44. Ne6
   Das erspart dem Gegner jede weitere Mühe
d3 45. Qe8 d2
   Auf Ne6-f8 folgt einfach Qf6xf8 nebst d2-d1D.
0-1