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Nimzowitsch, Aron - Przepiorka, David [B22]
Barmen-B (1) 13-Aug-1905


1. e4 c5 2. c3 d5 3. Bb5+
   Niemzowitsch plant natürlichschon bei e2-e4 irgend ein Damenopfer; da dies abervorläufig nicht möglich ist, so muss unbedingt etwas Exotisches erfunden werden.
Bd7 4. Bxd7+ Qxd7 5. d4 dxe4 6. dxc5 Qxd1+ 7. Kxd1
   Offenbar steht ein wilder Kampf bevor, da Weiss an Damenflügel, Schwarz am Königsflügel die übermacht hat.
e5 8. b4 a5 9. Bb2 axb4 10. cxb4 Nc6 11. a3 O-O-O+ 12. Nd2 f5 13. Nh3
   Weiss begräbt seinen Springer, der ihm von e2 aus manchen nutzen hätte bringen können, aber dafür kann der Turm rasch ins Spiel eingreifen.
Be7 14. Ke2 Nd4+ 15. Bxd4 exd4 16. Rhc1 Bf6 17. Rab1 Nh6
   Ng8-e7 hätte die verteidigung des Damenflügels erleichtert und den Gegenangriff e7-e5 gestattet.
18. b5 Rhe8 19. Nc4 Re7 20. c6 bxc6 21. Na5 d3+ 22. Kd2 Rd5 23. Nxc6 Kb7
   23... Rc7 wäre wegen 24. b6 Rxc6 25. b7+ Kb8 26. Rxc6 Rd8 27. Ra6 verderblich
24. Na5+
   Weiss begnügt sich sofort mit Remis da ihm Nc6xe7 gefährlich schien
Kb8 25. Nc6+ Kb7 1/2-1/2











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Spielmann, Rudolf - Nimzowitsch, Aron [C25]
Barmen-B (2) 15-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nc3 Bc5
   Nach diesem Zuge hat Weiss immer ein kleines übergewicht. Bequemm Ausgleich ermöglicht nur 2...,Ng8-f6 oder 2...,Nb8-c6.
3. f4
   Nur Ng1-f3 nebst d2-d4 verspricht für Weiss einen - wenn auch geringen Vorteil. Mit f2-f4 werden Varianten des abgelehnten Königsgambit herbeigefürht, welche dem Schwarzen keine erheblichen Schwierigkeiten bereiten können.
d6 4. Nf3 Nf6
   Im Wiener "Abgelehnten Königsgambitturnier" wurde Bc8-g4 für das Beste angesehen. Die ergebnisse eines jüngst abgehaltenen analytischen Turniers sollten doch gerade von den jüngeren aufstreben Spielern zur Kenntnis genommen werden.
5. Bc4 Nc6 6. d3 Be6
   Ergibt ein einfacheres Spiel als Bc8-g4. Tauscht Weiss auf e6 und e5, so steht Schwarz trotz dem isolierten Doppelbauerr sehr gut.
7. Bb5 a6 8. Bxc6+
   Dem gegner die zwei Läufer zu überlassen ist immer bedenklich. Vorsichtiger war Bb5-a4.
bxc6 9. f5
   Für den Augenblick hat Weiss die Genugtuung, dass der Läufer zurückgejagt wird; ein dauernder Erfolg ist aber damit niemals zu erzielen, wenn Schwarz noch nicht rochiert hat, und überdies d6-d5 möglich ist. Am besten war Qd1-e2 mit der drohung f5xe5
Bc8 10. Bg5
    Nach berümten Mustern gespielt; gerade hier ist aber die Fesselung ganz wirkungslos.
Qd7 11. Bxf6 gxf6 12. Qd2 Bb7 13. Ne2 h5 14. Nh4 O-O-O 15. O-O-O d5 16. Ng3 Bf8 17. Kb1 d4
   Die Spannung im Zentrum wird vorzeitig aufgehoben. überdies geht der Bauer h5 ohne rechtes äquivalent verloren. Am besten war 17... Bh6 18. Qe2 Bg5 19. Nf3 19... Bf4 Schwarz hat eine Bärenstellung
18. Qe2 Bh6 19. Nxh5 Bg5 20. g3 c5 21. Ng2 c4 22. h4 c3
   Ein verzweiflungsangriff, der rascher zum verlust fürht, als dies bei irgend einer Verteidigung der fall gewesen wäre
23. hxg5 Qa4 24. Ka1 Rxh5 25. Rxh5 cxb2+ 26. Kb1 Bd5 27. exd5 Rxd5 28. Rh8+ Kb7 29. Qf3 c6 30. Qh5 1-0











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Nimzowitsch, Aron - Fleischmann, Leo [C45]
Barmen-B (3) 16-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. Nxc6 bxc6 7. Bd3 d5 8. exd5 cxd5 9. O-O O-O 10. Bg5 c6 11. Ne2 Bg4 12. f3 Bh5 13. Ng3 Bg6 14. f4 Bxd3 15. cxd3
   Hat viel für sich, da der Bauerr d3 nicht leicht angreifbar ist und der die c-Reihe dem Weissen manche Chance eröffnet
Re8 16. d4 h6 17. Bh4 Qd6 18. f5 Ne4 19. Qg4 Kh7 20. Nh5 Rg8 21. Rf3 Qd7 22. Bg3 Rae8 23. Be5 Bd6
   Niemzowitsch hat eigene Art, dem Gegner ins Gesicht zu springen, aber Fleischmann lässt sich dadurch nicht imponieren. Er ignoriert die Drohung 24.Be7xg7 mit recht. denn die Schwindeleien des Weissen erschöpfen sich sehr rasch.
24. Rh3
   Diese Fortsetzung ist freilich noch aussichtsloser als Be5xg7, da für Schwarz gar keine gefährlichen Complicationen entstehen 24. Bxg7 Bf8 25. Rg3 (Droht 26.Qg4-g6, f7xg6 27.f5xg6 Matt) 25. Re1 Bxg7 26. Rxe4 Rxe4 27. Qxg7+ Rxg7 28. Nf6+ Kh8 29. Nxd7 29... Rxd4 und Schwarz gewinnt 25... Bxg7 26. Nxg7 Nxg3 27. Nxe8 27... Qxe8 und gewinnt
Bxe5 25. dxe5 Rxe5 26. Nxg7
   Resignation
Rxg7 27. Rxh6+
    Selbstredend setz Niemzowitsch voraus, dass Fleisshmann den Turm schlagen wird.
Kg8 28. Qh4 f6 29. Qh5 Rh7 30. Qg6+ Kh8 31. Re1 Rxh6 32. Qxh6+ Kg8 33. Re3 Qxf5 0-1











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Petterson, A. - Nimzowitsch, Aron [C63]
Barmen-B (4) 17-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 f5 4. Nc3 Nf6 5. Qe2 fxe4 6. Nxe4 Qe7 7. O-O d5 8. Ng3 Bg4 9. Bxc6+ bxc6 10. Qa6 Kd7 11. Ne1 h5 12. Ne2 Qe6 13. c3 Bd6 14. Nc2 c5 15. f3 Bf5 16. d3 h4 17. b4 Rab8 18. Re1 Nh5 19. Qa4+ Kc8 20. bxc5 Bxc5+ 21. d4 Bxc2 22. Qxc2 exd4 23. Kf1 Re8 24. Bg5 dxc3 25. Nxc3 Qa6+ 26. Ne2 Ba3 27. Bxh4 Rb2 28. Qf5+ Kb8 29. Qxh5 Rexe2 30. Bf2 Rxe1+
   Die ganze Partie ist im schlechtesten Kaffeehausstile gespielt. Im 10. Zuge konnte Weiss einen bauer gewinnen (mit Qe2xe5), statt dessen zieht er die Dame nach a6, wo sie nichts zu suchen hat und jagt seine Ritter herum, statt den Damenflügel mit 11. d2-d3 oder d2-d4 zu mobilisieren. Natürlich gerät er in eine klägliche Situation und der starke Lapsus im 27. Zuge (statt dessen Qc2-f5 am Platze war) wird ihm sofort verderblich
0-1











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Nimzowitsch, Aron - Kopa, Ignacy [B22]
Barmen-B (5) 18-Aug-1905


1. e4 c5 2. c3 d5 3. exd5 Qxd5 4. d4 Nf6 5. Be3 e6
   Es wäre interessant zu erfahren, warum Herr Kopa den Bauer c5 preisgibt und Herr Niemzowitsch ihn nicht nimmt.
6. Nf3 Nbd7 7. c4 Qd6 8. Nc3 cxd4 9. Nxd4 Be7 10. Qc2 O-O 11. Be2 Re8 12. O-O Ne5 13. h3 a6 14. Rfd1 Qc7 15. Rac1 Bd7 16. c5
   Ein sehr hübscher Gedanke. Die Streitkräfte des weissen erlangen grösseren Spielraum.
Qxc5
   Das sieht sehr kühn aus. Der zug ist aber ganz gut.
    Schlecht hingegegen wäre 16... Bxc5 17. Ne4 17... Nxe4 am besten 18. Qxe4 18... a5 da b2-b4 drohte 19. Nb5 Weiss hat zwar nicht viel erreicht, aber es freut ihn doch, dass Schwarz seine Türme noch nicht im spiele hat.
17. Nxe6 Qc8 18. Nf4 Bc6
    Weiss hat zwar nicht viel erreicht, aber es freut ihn doch, dass Schwarz seine Türme noch nicht im spiele hat.
19. Na4 Bd8 20. Bb6
   Von hier ab wandelt Weiss auf Abwegen. Die chimärischen Pläne am Damenflügel erweisen sich als undurchfürhbar und Schwarz erlangt inzwischen Vorteile am Köningsflügel
Bc7 21. Nd3 Nxd3 22. Bxd3 Bf4 23. Rb1 Qe6
    Hauptdrohung: Bc6xa4 nebst Qe6xb6
24. Nc5 Qe5 25. Bf1 Qg5
    Schwarz hat prächtig manövriert und eine aussichtsreiche Stellung entnommen.
26. Nd3 Bd6 27. Bc5 Bc7
   Den Läufer gibt Herr Kopa natürlich für ein Schloss her - wie wir bald sehen werden, mit recht
28. Be3 Qg6 29. Nb4
    Nun gestaltet sich die Situation unheimlich
Be4 30. Nd3 Nd5 31. Qb3 Nxe3
   Die einleitung des entscheidenden Manövers
32. fxe3 Qg3 33. Nf4
    Der Verlust des Spiels ist unabwendbar
Bxf4 34. exf4 Qxb3 35. axb3 Bxb1 36. Rxb1 Rad8 37. Rc1 Rd2 38. Rc7 b5 39. Ra7 g6
    Wieder trefflich. Intendiert Re8-e1 und Rd2-d1
40. f5
    Abgesehen von Ra7-c7 bringt nur dieser Zug dem Läufer Rettung.
gxf5 41. Rxa6 Re1 42. Rf6 Rxb2 43. Rxf5 Rxb3 44. Kh2 Reb1
   Nicht 44... b4 wegen 45. Bc4
45. Be2 Kg7 46. h4 R1b2 47. Bf3 Rc3 48. Kh3 h6 49. Kg4 b4 50. Kh5 Rf2 51. Rb5 b3 52. Bd1 b2 53. Bf3 Rc5+ 54. Rxc5 b1=Q 0-1











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Caro, Horatio - Nimzowitsch, Aron [A34]
Barmen-B (6) 19-Aug-1905


1. c4 c5 2. Nc3 g6 3. e3 Bg7 4. Nf3 Nf6 5. d4 cxd4 6. exd4 O-O 7. Be2 Nc6
   Um d4-d5 zu provozieren - Der Läufer g7 gewinnt hierauf an Wirksamkeit, überdies har Schwarz Aussicht, auf c5 oder e5 seinen Springer festzusetzen.
8. d5 Nb8 9. Be3
   Hier kam d5-d6 in Betracht.
d6 10. Qd2 Ng4 11. Bf4 Qb6 12. O-O Nd7 13. Ng5 Ndf6
   Natürlicher sieht Ng4-e5 aus. Schwarz kommt nun in Schwerigkeiten, denen er nicht gewachsen ist.
14. h3 Nh6 15. Be3 Qd8 16. Ne6 fxe6 17. Bxh6 e5 18. Bxg7 Kxg7 19. f4 Qb6+ 20. Kh2 e4
    Relativ am besten.
   Denn 20... exf4 21. Rxf4 e5 22. dxe6 Bxe6 23. Raf1 sieht für Schwarz übler aus. Es droht z. B. Nc3-a4 nebst Qd2-d4 (oder Qd2-c3)
21. Rae1 h5
   Notwendig um den Bauer e4 durch Bc8-f5 decken zu können.
22. Bd1 Bf5 23. Qf2 Qb4 24. Qe2 Rfc8 25. Bb3 a5
   Der Zug ist noch ganz gut, doch schwebt dem Schwarzen eine nebelhafte Opferkombination vor, die ihm bald zum kühlen Grab verhilft.
26. Qd1 a4 27. Nxa4 Rxa4 28. Bxa4 Rxc4 29. Bb3 Rd4 30. Qc1
   Weiss widerlegt das Qualitätsopfer mit wuchtigen Streichen.
Nxd5 31. Rd1 Nb6 32. Qc7 Bd7 33. Qd8 d5 34. Rxd4 Qxd4 35. Qxe7+ Kh8 36. Rd1 1-0











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Nimzowitsch, Aron - Reggio, Arturo [C45]
Barmen-B (7) 21-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. Nxc6 bxc6 7. Bd3 d5 8. exd5 cxd5 9. O-O O-O 10. Bg5 c6 11. Ne2 h6 12. Bh4 Re8
   Bisher nach alten Vorbildern. Die folgenden Operationen sin ziemlich indifferent und bieten wenig Erbauliches.
13. Nd4 Bd7 14. Qf3 c5 15. Nf5 Bxf5 16. Bxf5 g5 17. Bg3 Ne4 18. Rfd1 Nf6 19. h4 Kg7 20. Rab1 c4 21. c3 Bd6 22. Rd2 Qc7 23. Bxd6 Qxd6 24. Rd4 Re7 25. hxg5 hxg5 26. g3 Rae8 27. Rbd1 Qb8 28. R4d2 Re1+ 29. Kg2 R8e5 30. Rxe1 Rxe1 31. Re2 Ra1 32. Qe3 Qh8 33. Qxg5+ Kf8 34. Bh3 a6 35. Qf4 Rxa2 36. Qe5 Qh6 37. f3 Ra1 38. f4 Rd1 39. Qf5 Rd3 40. Re5 Ne4 41. Qc8+ Kg7 42. Qg4+ Kf8 1/2-1/2











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Post, Erhard - Nimzowitsch, Aron [D02]
Barmen-B (8) 22-Aug-1905


1. d4 d5 2. Nf3 Bg4 3. c4 Nc6 4. cxd5 Bxf3 5. gxf3 Qxd5 6. e3 e5
    Tschigorins glänzender Gedankengang.
7. Nc3 Bb4 8. Bd2 Qd7
    Bb4xc3 würde das weisse Zentrum stärken.
9. d5 Nce7 10. Qb3 Bxc3 11. Bxc3 Qxd5 12. Qxd5 Nxd5 13. Bxe5
   Den Läufern gehört die zukunft. Schwarz muss längere Zeit nach der pfeife des Weissen tanzen und verliert schliesslich einen Bauer.
f6 14. Bd4 Nge7 15. Rg1 O-O 16. Bc4 Kh8 17. Bc5 Rfe8 18. O-O-O Nb6 19. Bf7 Rf8 20. Bh5
   Zieht man 20. Bb3 20... Rfe8 in betracht, so drängt sich die empfindung auf, dass Schwarz bei dieser Spielweise grösseren übeln ausgesetz gewesen wäre. Es ist aber sehr begreiflich, dass Herr Post den Gewinn eines Bauers her schätzt, als die vagen Hoffnungen auf eine späte zukunft.
g6 21. Bxe7 Rf7 22. Bxg6 hxg6 23. Bb4 Kg7 24. Rd4 c5
   Passives rein defensives Verhalten, bietet nicht die geringste Aussicht auf Erlangung einer Kompensation. Schwarz muss daher etwas erfinden, ohne allzu ängstlich die Korrektheit seiner Pläne abzuwägen.
25. Bxc5 Rc8 26. b4 Nd7 27. Kb1 Nxc5 28. bxc5 Rxc5 29. Rdg4 Rb5+ 30. Ka1 g5 31. h4 Rc7 32. hxg5 Rc2 33. gxf6+ Kf7
   Kg7xf6 hätte den Zustand kaum verschlimmert
34. Rb1 Ra5 35. Rxb7+ Kxf6 36. Rf4+ Ke6 37. a4
   Niemand würde vermuten, dass die partie mit Remis abschliessen könnte. So lange aber die schwächere Partei beide Türme besitz, muss Weiss äusserst behutsam vorgehen, da sein König abgeschnitten und Mattdrohungen ausgestez ist.
Rxf2 38. Rb2
    Hier war Gelegenheit, das Spiel zu vereinfachen und den Vorteil sicher zu stellen. 38. Rb5 38... Ra6 (38... Rxb5 Nun entsteht die ausserordentlich schwierige Aufgabe, die Weissen Bauern vorwärts zu bringen. Unter allen Methoden dürfte folgende am einfachsten sein 39. axb5 Kd5 40. Kb1 Kc5 41. Rf5+ Kc4 42. f4 Kd3 43. Re5 Kc3 44. Re7 Rf1+ 45. Ka2 Rf2+ 46. Ka3 Rf1 47. Rc7+ Kd3 48. Kb4 Kxe3 49. Rxa7 Rxf4+ 50. Ka5 Weiss gewinnt nun leicht) 39. Rh5 39... Ke7 der einzige Zug zur Vermeidung des Turmtausches 40. Rh7+ Ke8 41. Rb4 Weiss erzwingt doch den Abtuasch und wird dann seine übermacht leicht zur Geltung bringen.
Rf1+ 39. Ka2 Re5 40. Re2 Kd5 41. Kb2
   Weiss will den König nach d2 führen. Wahrsheinlich kam er auf diese idee durch die beobachtung, dass 41. Rd4+ 41... Kc5 42. f4 an 42... Rxe3 scheitert. Das ist richtig; Falsch ist aber die Schlussfolgerung, dass der könig nach d2 gehört. Auf a2 stand er besser weil er den schwarzen Turm von a1 abhielt. Der sicherste weg zum Gewinn war 41. Rd2+ 41... Kc5 42. Rc2+ ( man beachte , dass die sofortige Deckung des Bauern e3 durch 42. Rd3 minder gut wäre, weil Schwarz nach 42... Re1 43. e4 mit dem König vorwärts kommt und neuerdings Komplikationen entstehen) 42... Kd5 43. Rc3 43... Re1 jetzt ist dieser Zug, für Weiss garnicht mehr beunruhigend, da er den Schwarzen König zurückwerfen kann 44. Rd4+ Ke6 45. e4 Weiss ist völlig konsolodiert, und wird seine übermacht zweifelsohne bald zur Geltung bringen.
Kc5 42. Kc3 Rc1+ 43. Kd2 Ra1 44. Rg4
    Dieses Turmendspiel bietet viele instruktive Momente. Mit Rf4-g4 leistet Weiss sehr wenig, da weder den e- noch den f-bauer vorrücken kann. In beiden Fällen verliert er nämlich den a-bauer; spielt er z.B im nächsten zug 45. f3-f4 so folgt 45...,Ra1xa4, 46.f4xe5 Ra4xg4. Diese Variante zeigt uns, dass Weiss in erster Linie 44. Rf4-d4 hätte ins auge fassen müssen, worauf doch wenigsten der f-bauer mobil geworden wäre. Allerdings hätte Weiss nach 44..., Rf4-d4 einen Bauer verloren; 44...,Ra1-a2, 45.Kd2-e1 Re5xe3! aber nach 46. Re2xe3, Kc5xd4 47.Re3-e2 !! ist die Weisse Partie augenscheinlich leicht gewonnen, da Schwarz den a-bauer nicht schlagen darf und das Vordrignen des f-bauern nicht hindern kann.
Rf5
   Man sieht nun, wie gut vorhin 44. Rf4-d4 gewesen wäre. Weiss hätte jetzt simpel f3-f4 spielen können.
45. Rf2
   Das materielle übergewicht des weissen ist so gross, dass ihm auch schwächere Züge nicht schaden. An dieser stelle z. B. sieht 45.f3-f4, Ra1xa4, 46.e3-e4 viel besser aus. Die Position ist aber ausserordentlich schwierig und Herr Post dürfte den fatalen Zug 46...,Rf5-h5! der dem Schwarzen zahllose Remischancen gibt, nicht mit Unrecht gefürchtet haben.
Re5 46. e4 Kd4 47. Rg7 Ra2+ 48. Ke1 Rxa4 49. Re2 Rh5 50. Rd7+ Kc4 51. Rc2+ Kb3 52. Rcd2 Ra1+ 53. Ke2 a5 54. Rb7+ Kc3 55. Rc7+ Kb3 56. Kd3 Rf1 57. Rb7+ Ka3 58. Ke3
   Auf grossen umwegen ist es dem Weissen endlich gelungen eine siegverheissende Stellung einzunehmen - aber nun folgt eine grosse überraschung.
a4 59. Kf4 Rh4+ 60. Kg5 Rxf3
   Auf die Pattstellung seines König spekulierend.
61. Kxh4 Rf4+ 62. Kg3 Rf3+ 63. Kg4 Rf4+ 64. Kg5 Rf5+ 65. Kg6
   Weiss hätte nun zwar viele Züge ersparen können, aber die Wahrheit entspricht dem kopfe des Turnierspielers leider nicht so leicht wie Minerva aus Jovis Haupt.
Rf6+ 66. Kg7 Rg6+ 67. Kh8
   Auf Kg7-f7 (oder Kg7-f8) würde Schwarz mit Rg6-g7 (g8) sofort das Remis erzwingen
Rg8+ 68. Kh7 Rh8+ 69. Kg6 Rh6+ 70. Kf5 Rf6+ 71. Kg5 Rf5+ 72. Kg6 Rf6+ 73. Kg7 Rg6+ 74. Kh8 Rg8+ 75. Kh7 Rh8+ 76. Kg6 Rh6+ 77. Kg5 Rg6+ 78. Kf4 Rg4+ 79. Kf3 Rf4+ 80. Ke2 Rxe4+ 81. Kd1
   Ein sehr pikantes Manöver. der weisse König wandert auf der d-linie nach d7 und dann ist es mit Herrlichkeit des Schwarzen zu ende
Re1+ 82. Kc2 Rc1+ 83. Kd3 Rc3+ 84. Kd4 Rc4+ 85. Kd5 Rc5+ 86. Kd6 Rc6+ 87. Kd7 Rb6 88. Rc7
   Das Patt ist glücklich aufgehoben und das spiel auf hundert arten mühelos zu gewinnen.
Rb2 89. Rd4 Rb8
    Es drohte Tc7-c4. Schwarz muss also den Bauer von rückwärts decken.
90. Rcc4 Ra8 91. Rb4 Ra6 92. Ke7
   Auch in klar gewonnenen Stellungen darf die Aufmerksamkeit nicht einen Augenblick nachlassen. Mit 92. Kc7 hätte Weiss ohne alle Künste gewonnen z. B. 92... Ra7+ 93. Kb8 Ra6 94. Kb7 Ra5 95. Re4 und das drausame spiel ist zu Ende. Herr Post spielte aber offenbar auf Matt und dazu braucht er seinen König af b1.
Ra7+ 93. Ke6 Ra6+ 94. Ke5 Ra5+ 95. Ke4 Ra6 96. Kd3 Ra8 97. Kc2 Rc8+ 98. Kb1
   O Unglück und Verhängnis. Nach unglaublichen Abenteurn sieht Odysseus, von langen irrfarhten heimkehrend, mit frohem Sinn die Gestade des heimatlichen Ithaka in greifbarer Nähe, als er plötzlich von widrigen Stürmen erfasst und zu den Lästrygonen verstossen wird.
Rb8 1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Perlis, Julius [C00]
Barmen-B (9) 23-Aug-1905


1. e4 e6 2. c4
   Persönlisches Inkonzeqünz - insofern Niemzowitsch alles andere eher als Positionsspieler ist - lässt ihn in der Folge von der Tendenz dieses sicher nicht gewaltigen Zuges gründlich abschenken. Schwarz benutz nur geschickt die nach c4 entstehenden Löcher zur entwicklung und verleitet den Gegner zur Ansicht, dass Angriffs- und Positionsspiel kaleidoskopartig wechseln dürfen. Hierin liegt der Grund der Niederlage.
c5
    Das Beste, da d4 verhindert werden muss.
3. Nf3 Nc6 4. d4 cxd4 5. Nxd4 Nf6 6. Nc3 Bb4 7. Nxc6
   Einfach und schlecht aber konsequent, um d5 zu hindern; der Tausch ist aber sicher das grössere übel, besonders durch die sofortige Entwicklungsmöglichkeit von Lc8 und Ta8.
bxc6 8. e5 Ne4 9. Qg4
    Da bei anderen Zügen e5 ohne Ersatz verloren geht oder, wie auf Qd4 ein heftiger Angriff zu erwarten ist, heisst schon jetzt die Devise; Angriff um jeden Preiss. Derselbe ist nun angesichts der gegnerischen Drohungen relativ unbedeutend, sodass also jetzt der negative Erfolg des Systemwechsels zu Tage tritt; oder sollte et 2.c4 noch schlechter sein; als man zunächst annimmt?
Nxc3
   Nicht so gut ist natürlich Qa5, das auf 9. Qd4 gefolgt wäre
10. Bd2 Qa5 11. Qxg7 Rf8 12. a3 Nd5 13. Bxb4 Nxb4 14. O-O-O Na6
    Weiss hat keine Remischancen mehr.
15. f4 Rb8 16. Qxh7 Qb6 17. Qc2 Qe3+ 18. Qd2 Qb3 19. Qc2 Nc5 20. Bd3 Ba6 21. Qxb3 Nxb3+ 22. Kc2 c5 23. Kc3 Ke7
    Es geschah noch
24. g4 Rh8 25. h4 Bb7 26. Rh3 Nd4 27. b4 Bf3 28. Rg1 Rbg8 29. bxc5 Ne2+ 30. Bxe2 Bxe2 31. c6 dxc6 32. h5 Rxg4 33. Re1 Rg2 34. Kd4 c5+ 35. Kxc5 Rc8+ 36. Kb4 Bxc4
   Diese partie kann keineswegs ein summarisches Urteil über Herrn Niemzowitsch repräsentieren, wohl aber eine Ergänzung bedeutender Leistunge. Ihr Fazit ist: Mangelhafte Entwicklung der weissen Steine und ihres Führers
0-1











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Leussen, Benjamin - Nimzowitsch, Aron [D07]
Barmen-B (10) 24-Aug-1905


1. d4 d5 2. c4 Nc6 3. Nc3 e5 4. cxd5 exd4
   Ebenso originell, als schlecht. Leussen ist nicht einmal so liebenswürdig, den angebotenen P gleich zu nehmen.
5. dxc6 dxc3 6. Qxd8+ Kxd8 7. bxc3 Nf6 8. g3 bxc6 9. Bg2 Nd5 10. Bd2 Be7 11. Nf3 Bf6 12. Nd4 Bd7 13. e4 Nb4
   Besser ist Nb6.
14. cxb4 Bxd4 15. Rd1 Kc8
   Stehen bleiben darf der K nicht, aber ihn in so unentwickelter Stellung in den feindlichen Angriff hineinschicken, ist Jugendstil. Besser war Ke7
16. O-O c5 17. Bf4 Bb5 18. bxc5 Bc3
   Auf 18... Bxf1 entscheidet 19. Bxf1 nebst Ba6. Andere Züge helfen auch nicht.
19. Bh3+ Kb7 20. Rb1 Kc6 21. Rfc1 Bd4 22. e5
   Leussen hat den Eröffnungsfehler seines Gegners gut ausgenütz und diesen im Mittelspiel vollkommen übergespielt.
1-0











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Nimzowitsch, Aron - Cohn, Wilhelm [C42]
Barmen-B (11) 25-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nf3 Nf6 3. Nxe5 d6 4. Nf3 Nxe4 5. Nc3 Nf6 6. d4 d5
   Weiss hat nun 1 Zug gewonnen und versteht daraus noch mehr machen. Es ist auch zweifellos, dass eine derartig offenen Stellung bei einem Tempogewinn auf weisser Seite ganz bedeutend gewinnen muss.
7. Ne5 Bf5
   Der B wird hier mit weiterem Tempogewinn verdrängt; also ist der Zug Schlect. Bb4 oder Be7 ist besser.
8. Ne2
   Weiss lässt sich die Chance nicht entgehen.
Bd6 9. Ng3 Be4
   Dieser Zug kommt nur der Absicht von Weiss, den B nach g6 zu drängen, entgegen, wo er noch schlechter steht und die Ursache weiterer Schwierigkeiten wird. Es musste sofort Bd7 geschehen. Schwarz hofft vielleicht, zur Ausnitzung der durch f3 entstehendes Schwäche zu kommen. Das ist aber angesichts der eigenen prekären Lage starker optimismus.
10. f3 Bg6 11. Bg5 h6 12. Bh4 Qe7
   Der Zug genügt nicht mehr, wie die kräftige Antwort zeigt. Auch Nbd7 befreite das Spiel nicht.
13. Bb5+ c6 14. O-O Bxe5 15. dxe5 Qc5+ 16. Rf2 Nfd7 17. Bd3 O-O 18. f4 Na6 19. Qg4
   Die Fehler der Schwarzen Stellung werden dadurch aufgedeckt. Die Figuren stehen sehr schlecht und sind zur Verteidigung des ungeschützten K-flügels nicht mehr rechtzeitig heranzubringen
Kh7 20. Qxd7
   Schwarz kann materielle Verluste doch nicht vermeiden; zieht der Nd7, so ist f5 entsheidend; bei Bxd3, cxd3 genügt die Drohung Nf5, nebst event. Be7 oder direkter Matt-angriff.
Bxd3 21. cxd3 Nb4 22. Be7 Qd4 23. Rd1 Nxd3 24. Qf5+
   Diese Partie ist eine glänzende Leistung des jungen Niemzowitsch, dessen Stil trotz manchem Unfertigen das Zeug zum Meister verrät
1-0











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Swiderski, Rudolf - Nimzowitsch, Aron [D52]
Barmen-B (12) 26-Aug-1905


1. c4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Nbd7 5. e3 c6 6. Nf3 Be7 7. Qc2 O-O 8. Rd1 Re8 9. Bd3 dxc4 10. Bxc4 Nd5 11. Bxe7 Qxe7 12. O-O b5 13. Bxd5 cxd5
    b5 hat schon eine bleibende Schwäche geschaffen, die natürlich einem Positionsspieler von Swiderski's stärke eine bedrohliche Chance in die Hand gab. Der Plan bei 12. b5 war das P-opfer, das zwar am Q-flügel die schwarzen Figuren herauskommen lässt, aber ohne jeden Gegnerfolg; andererseits wird der schwarze K-flügel entblösst und dieser Umstand von Swiderski benutzt, um denselben in genialem Angriff zu stürmen. Erwägt man, dass nach Abtausch der Figuren Schwarz sofort auf Verlust steht, so ist der Wert des P-opfers auch schon dadurch genügend beleuchtet.
14. Nxb5 Ba6 15. Qa4
    Schwarz hat doch nicht etwa auf Nc7 gerechnet.
Bxb5 16. Qxb5 Reb8 17. Qe2 a5 18. Rc1 Qd8 19. Rc3 a4 20. Rfc1 Qa5 21. Rc7
   Bereits die Einleitung des Schlussangriffs. Schwarz konnte ja auch nicht daran denken, seine Türme den weissen auf der c-Linie entgegenzustellen; das würde die etwa noch vorhandenen Angriffschancen auf dem Damenflügel ganz beseitigt haben. Wenn man schon einem P geopfert hat, heisst es: noblesse Oblige, oder auf deutsch, dem Remis aus dem Wege gehen. Immerhin bot auch ein Damenendspiel für Weiss genügende Gewinnchancen.
Nb6 22. R1c5 Qb4
    Auch Qa6 nützt offenbar nichts
23. a3 Qb3 24. Ng5 Qa2 25. h3 Rf8
   Schwarz ahnt noch nicht das böse Ende, sonst hätte er erst Qb1 und dann Rf8 gespielt. Aber Weiss behielt auch dann ähnliche Chanen z. B. 25... Qb1+ 26. Kh2 Rf8 27. Rc2 27... h6 28. Nxe6 fxe6 29. Qg4 Rf7 30. Qxe6
26. Kh2 h6
    Sonst gewinnt Qh5.
27. Nxe6 Rfc8 28. Qf3 Rf8 29. Qg3 g6 30. Qxg6+ fxg6 31. Rg7+ Kh8 32. Rcc7
   Ein prächtiger Schluss
1-0











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Nimzowitsch, Aron - Neumann, Augustin [B30]
Barmen-B (13) 28-Aug-1905


1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. c3 e6 4. d4 d5 5. exd5 exd5 6. Bb5 Bd6 7. Be3 cxd4 8. Nxd4 Nge7 9. O-O O-O 10. Nd2 a6 11. Be2 Qc7
    Schwarz hätte schon im vorigen Zuge Qc7 nebst f7-f5 versuchen können.
12. N2f3 Bd7
   Mit Na5 konnte c4 verhindert werden; das emphal sich wohl, da der wiesse Q-flügel durch c3 geschwächt war, und Schwarz für d5 nicht zu sorgen brauchte.
13. c4 dxc4 14. Bxc4 Nxd4 15. Qxd4 Nf5 16. Qd3 Nxe3 17. fxe3 Bf5
   Schwarz muss sich gegen Ng5 sichern, sonst hätte er gut Bc6 spielen können. Det Textzug stellt das Gleichgewicht her; die weiteren Operationen sind Leicht verständlich.
18. Qxf5 Qxc4 19. Rac1 Qb5 20. Qc2 Rae8 21. e4 Bf4 22. Rce1 Rc8 23. Qf2 Qc5 24. g3 Bb8 25. Kg2 f6 26. Qxc5 Rxc5 27. Rf2 Re8 28. Rfe2 Kf7 29. Kf2 g5 30. Nd4 Ba7 31. Kg2 Rd8 32. Nf3 Bb8 33. Kh3 Rd3 34. Kg2 h5 35. Rf1 Kg6 36. Ref2 Re3 37. e5 f5 38. Nxg5 Bxe5 39. Ne6 Rb5 40. b3 Bxg3 41. Nf8+ Kg7 42. hxg3 Kxf8 43. Rxf5+ Rxf5 44. Rxf5+ Kg7 45. Rf2 Re1 46. Kh3 Kg6 47. Rc2 Re6 48. Kh4 Re7 49. Rd2 Re4+ 50. Kh3 1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Baird, John [C45]
Barmen-B (14) 29-Aug-1905


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4 Nxd4 5. Qxd4 Qf6 6. Qc3 Qxc3+ 7. Nxc3
    Es ist nicht nur der eine Zug, den Weiss gewonnen hat, er beherrscht auch den feindlichen Q-flügel; der Gegner hat sich in der Annahme verrechnet, dass mit dem Q-tausch die entwicklung erleichtert würde. Allerdings geht er den heftigsten Angriffen aus dem Wege und hat mehr Aussichten auf Remis.
Bb4 8. Bd2 Ne7
   Besser ist 8... d6 da sofort Nd5 nicht zu fürchten wäre; auf 9. O-O-O würde 9... Bd7 nebst 0-0-0 folgen
9. O-O-O a6 10. g3 d6 11. Bg2 O-O
   Hier bot sich eine gute Gelegenheit, in Sicherheit zu kommen. Niemzowitsch hat gute Chancen am Q-flügel und im Zentrum, die er auch nach Kräften ausnutzt. Besonders empfindlich ist er Druck auf c6 und b7; daher war 11... Bg4 am Platze, um auf 12. Rde1 sofort (oder auf 12. f3 12... Bd7 nebst 0-0-0 zu antworten) 12... O-O-O
12. f4 Bg4 13. Rde1 Rad8 14. a3 Bc5 15. Nd1 Rfe8
   Besser 15... Bc8 und auf 16. Ne3 16... c6 Der N. steht dann nicht gerade gut, und Schwarz kann sogar an das Vorgehen des b7 und Bb7 denken.
16. Ne3 Bd7 17. b4 Ba7 18. c4 Bc6
   Auch jetzt ist c6 besser; es kann b5 event. f5 folgen mit einigen Chancen. Nach Bc6 bringt der Druck des Nd5 Weiss ein Vorteil.
19. Nd5 Nxd5 20. cxd5 Bd7 21. e5 Bd4
   Ein Fehler; Schwarz übersieht, dass er nach e6, fxe, dxe den Pe6 nicht schlagen darf. Mit 21... c6 22. exd6 cxd5 23. Bxd5 23... Bc6 etc. Oder auch 21... dxe5 22. fxe5 c6 23. d6 Bd4 24. Bf4 f6 25. exf6 25... gxf6 konnte Schwarz sich noch gut verteidigen. Mit den 2 Freibauern im Zentrum gewinnt Weiss Leicht. Es ist interessant, wie die weissen Königflügelbauern in gleichmässiger schräger Schlachtordnung von Staffel zu Staffel vordringen.
22. e6 fxe6 23. dxe6 Bc6 24. Bxc6 bxc6 25. f5 Rb8 26. Kc2 Rb5 27. g4 Be5 28. h3 Reb8 29. Rhf1 Rd5 30. Bc3 Bxc3 31. Kxc3 a5 32. g5 axb4+ 33. axb4 g6 34. f6 Kf8 35. h4 c5 36. Rf4 cxb4+ 37. Rxb4 Ra8
   37... Rxb4 38. Kxb4 Re5 39. Rxe5 dxe5 40. Kc5 c6 41. Kxc6 e4 42. Kd7 etc.
38. Reb1 1-0











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Schwann, Wilhelm - Nimzowitsch, Aron [A02]
Barmen-B (15) 30-Aug-1905


1. f4 e5 2. d3 exf4 3. Bxf4 d5 4. Nf3 Bd6 5. Qd2 Bg4
   Recht gut, da an sich der Tausch auf f3 die bauern schwächt und nebenbei der Scherz Bxf3 nebst Qh4 droht !
6. Bxd6
   Den Tausch im 5. Zuge hat sich der Herr Landgerichtsrat nach seiner Partie gegen w. Cohn schon abgewöhnt; allmählich wird er ihn ganz unterlassen. Hier wäre die Entwicklung g3, Bg2 sehr angebracht, da Bg4 schon geschehen ist und nun entweder der Tausch Bxf3 für Bg2 angenehme Aussichten eröffnet oder aber der Zug Bg4 einen Tempoverlust darstelt.
Qxd6 7. Nc3 Nf6 8. O-O-O Nbd7 9. e4
   Besser ist 9. h3 Wenn dann 9... Bxf3 so 10. exf3 und auf 10... d4 kann dann sehr gut 11. Ne4 folgen. Spielt Schwarz sofort 9. d5-d4, so behält Weiss mit Nb5 das bessere Spiel. Niemzowitsch steuert nun mit Erfolg dem Endspiele zu, das für ihn günstig steht, da Weiss am Königsflügel mehrere schwache Punkte zu verteidigen hat.
O-O-O 10. h3 dxe4 11. dxe4 Qxd2+ 12. Rxd2 Bxf3 13. gxf3 Ne5 14. Rxd8+
    Zu vorsichtig. So schnell kommt Schwarz nicht zur Besetzung von f4 und g3.
    Es konnte 14. Rf2 folgen 14... Nh5 (14... g5 15. f4 ) 15. f4 Ng6 16. f5 Ngf4 17. Rg1 und droht Tg4.
Rxd8 15. f4 Ng6 16. f5 Ne5 17. Be2
    Besser ist Tg1.
Rd4 18. Rd1
    Mit dem Turmtausch wird die lage für Weiss schwierig.
c5 19. Rxd4 cxd4 20. Nb5 Nxe4 21. Nxd4
   Der Bd4 ist noch schwächer als das weisse Zentrum vorher war und lief nicht weg.
   Besser 21. Nxa7+ 21... Kd7 22. Nb5 Nc6 23. Bf3 Ng3 24. Bxc6+ bxc6 25. Nxd4 c5 26. f6 g6 27. Nf3 Nh5 28. Ng5 Nxf6 29. Nxf7 etc.
Kd7 22. Nf3 Kd6 23. Nd4 Nc6 24. Nf3 Ke7 25. Bb5 Nd6 26. Bxc6 bxc6 27. Ne5 c5 28. Nc6+ Kd7
   Mit 28... Kf6 hätte Schwarz wohl gewonnen, z.B. 29. Nxa7 Kxf5 30. a4 g5 31. Nc6 (31. Nb5 31... Nc8 da Sxb5 axb nur Remis ist) 31... h5 32. a5 Kf4 33. a6 Nc8 34. a7 Nxa7 35. Nxa7 g4 36. hxg4 36... h4 und gewinnt. Die Mitwirkung des schwarzen K sichert die überlegenheit in alle Varianten.
29. Nxa7 Nxf5
   Weiss hatte auf diese Chance gespielt: 29... Kc7 30. c4 30... Kb6 31. Nb5 31... Nxb5 die Weiss im Vorteil lässt! Bei 30 ...Nxc4 (statt Kb6) behält Schwarz noch etwas bessere Aussicht, da er f5 zu erobern droht. Der Textzug ergibt nur Remis.
30. Nb5 h5 31. Kd2 Kc6 32. Nc3 Nd4 33. Nd1 g5 34. c3 Ne6 35. Nf2 f5 36. Ke3 c4 37. b3 Nf4 38. Kd4 g4 39. hxg4 fxg4 40. Ke3 g3 41. Ne4 h4 42. Ng5 Ng2+ 43. Kf3 Ne1+ 44. Kg4 1/2-1/2











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Lee, Francis - Nimzowitsch, Aron [D02]
Barmen-B (16) 31-Aug-1905


1. d4 d5 2. Nf3 e6 3. Bf4 Bd6 4. Bg3 Nf6 5. Nbd2 Ne4 6. e3 Nd7 7. Bxd6 cxd6
   Originell ist Trumpf - wenn der Gegner gefällig ist.
8. c4 O-O
    Besser wäre 8... Ndf6 doch ist die Hauptsache bei aller Originalität, dass der Gegner anbeisst; das tut Lee nach Wunsch. Der einsame Doppelbauer ist nun weniger gefährlich für Schwarz als die offenen Linien die Schwarz erzielt hat, für Weiss, und die richtige Behandlung hätte nach 8..,0-0 dem Gegner zu einem Leichten Angriff verholfen. Die alte Regel "Hängen lassen" ist auch hier angebracht.
9. cxd5
   z. B. 9. Bd3 9... f5 (wenn 9... Ndf6 so 10. Qc2 10... Nxd2 11. Nxd2 und Schwarz kommt nicht mehr nicht mehr nach e4, wohl aber Weiss nach e5, und Bd3 hat schon wirkung, Bc8 braucht noch 2 Züge) 10. Qb3 10... Ndf6 oder muss auf c4 resp. d2 tauschen; beides ist gut für Weiss. 11. cxd5 exd5 12. Bxe4 fxe4 13. Nxe4 und ist im vorteil. Sobald Schwarz selbst zu tauschen gezwungen wird, ist er immer im Nachteil.
exd5 10. Bd3 Ndf6
    Auch Jetzt geht f5 nicht, aber Schwarz hat genügende Entschädigung in der offenen e-linie, die den punkt e4 zu behauoten gestattet, und in der freien B-Diagonale.
11. O-O Qa5 12. Nb3 Qb6 13. h3 a5 14. Rb1 Bd7 15. Qe2 Rac8 16. Nbd2
    Schwarz spielt auf dem Q-flügel; dort winkt aber keine aussicht auf gewinn.
Rc7 17. Ne1 Rfc8 18. Kh2 Ba4 19. f3 Ng5 20. h4 Ne6 21. b3 Bc6 22. g4 Re7 23. Qf2 Bb5 24. Bxb5 Qxb5 25. g5 Nd7 26. Qg3 Qe2+ 27. Qf2 Qa6 28. Qg3 Rc3 29. Ng2 Rc2 30. Rf2 Rxa2 31. Ne1
   Lee gab c2 frei, da er den eindringenden Turm zu fangen hofft; dieser Versuch ist recht gefährlich, denn das Qualitetsopfer bringt dem Gegner respektable Gewinnchancen ein. Aber bei seiner offenen, schwer zu verteidigen Stellung wäre Weiss wohl bald in Schwierigkeiten gekommen.
b5 32. Rc1 a4 33. Nd3 axb3 34. Nb4 Qa3 35. Nxa2 bxa2 36. Qg1
    Erzwungen.
Qxe3
   Mit 36... b4 kommt Schwarz nicht weiter; es folgt 37. Qd1 Sb3, Ta1 etc.
37. Ra1 Qxd4 38. f4 Nxf4 39. Nf3 Qe3 40. Raxa2 Re8 41. Qg4 Nc5
   41...,Ne5 ist wesentlich einfacher. weiss muss auf e5 Tauschen, da auf Damenzüge Ne-d3 sehr unangenehm wird; 41... Ne5 42. Nxe5 dxe5 43. Qd7 Rf8 44. Qxb5 Qh3+ 45. Kg1 45... Qxh4 und gewinnt. Schwarz har jedenfalls total überlegenes Spiel
42. Ng1 Ncd3 43. Rf3 Qe5 44. Qg3 b4 45. Rd2 Nh5 46. Qxe5 Nxe5 47. Rb3 Ng4+ 48. Kg2 Re4 49. Rxd5 Rf4 50. Rxd6 f5
   Die glänzenden Chancen sin nun in den letzen 10 Zügen bis auf ein sicheres Remis reduziert; Niemzowitsch sah wohl Mattbilder, und solchen Verführungen kann er nie wiederstehen.
51. Rf3 Ne5 52. Rxf4 Nxf4+ 53. Kf2 b3 54. Nf3 Nc4
   Wenn 54... b2 55. Nxe5
55. Rd8+ Kf7 56. Nd2 Ke7
   Auf 56... b2 folgt 57. Nb1
57. Rb8 Nxd2 58. Ke3 Ng2+ 59. Kxd2 Nxh4 60. Ke3 Ke6 61. Rxb3
    Eigentümlich ist es, dass Schwarz keine Gewinnchance mehr hat !
1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Fahrni, Hans [B22]
Barmen-B (17) 1-Sep-1905


1. e4 c5 2. c3 d5 3. exd5 Qxd5 4. d4 cxd4 5. cxd4 Nc6 6. Nc3
    Das Opfer ist nicht genügend motivert.
Qxd4 7. Bd3 Nb4 8. Bb5+ Bd7 9. Qxd4 Nc2+ 10. Kf1 Nxd4 11. Bxd7+ Kxd7 12. Be3 Nf5
    Schwarz hat allerdings nur eine einzige Figur im Spil, während sich der Gegner im Tempo entwickelt. Aber die bessere Einrichtung wiegt nichts, wenn man keine direkten Drohungen hat. Dieser Umstand hat Niemzowitsch nicht genügt.
13. Rd1+ Nd6 14. Nf3
   Noch einfacher war wohl 13...,Kd7-c6. Auch die nächsten Züge des Schwarzen sind anfechtbar.
f6 15. Nd4 Rc8 16. h4 Ke8 17. Ne6 Kf7 18. Nxf8 Rxf8 19. Bxa7 Nh6 20. Rh3 Rc8 21. Be3 Nhf5 22. Bc1 h5 23. b3 Nxh4 24. Rxh4 Rxc3 25. Ba3 Nf5 26. Rf4 g6 27. g3 Rc2 28. Rd7 Ra8 29. Bxe7
    Noch ein verfehltes Opfer aus Verzweiflung.
Nxe7 30. Re4 Re8 31. a4 b6 32. Rb7 Rc6 33. Rb4 Ra8 34. R4xb6 Rxb6 35. Rxb6 g5 36. Rb7 Ra5 0-1